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US-News-Portal Breitbart Trotz schwarzer Liste auch Werbung aus der Schweiz

Logos von Schweizer Firmen landen immer wieder auf dem umstrittenen Rechtsaussen-Portal. Wieso bleibt rätselhaft.

Legende: Audio Werbung landet trotz schwarzer Liste auf Breitbart abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
1:44 min, aus HeuteMorgen vom 04.01.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das amerikanische News-Portal Breitbart sorgt mit rassistischen und sexistischen Beiträgen immer wieder für Empörung.
  • Vor einem Jahr tauchte vermehrt Werbung von Schweizer Firmen auf Breitbart auf.
  • Die Firmen distanzierten sich rasch von der News-Plattform und versicherten, künftig keine Werbung mehr auf Breitbart zu schalten.
  • Nun sind die Logos von Schweizer Firmen aber wieder auf Breitbart.com zu sehen. Weshalb?

Weshalb ihre Werbung auf Breitbart landete – und sie so das umstrittene News-Portal finanzierten – kann keine der Firmen beantworten. Die Website von Breitbart sei auf einer schwarzen Liste. Trotzdem: Eine Aktion der Fluggesellschaft Swiss, die Werbung des Coop-Juweliers Christ, das Logo der Migros sowie zahlreiche weitere Werbebanner von Schweizer Firmen prangten und prangen auf der Plattform.

Wie die Werbung dort landet? «Das klären wir gegenwärtig ab», schreibt etwa Coop. Die Migros verweist auf einen Partner. Dessen Agentur sei verantwortlich: «Die Migros distanziert sich nach wie vor von der News-Plattform Breitbart und schaltet dort keine Werbung.»

Gewählter Algorithmus orientiert sich am Surfverhalten

Die Antworten der «Schweizer Illustrierten» und der Swiss lassen tiefer blicken. Die «Schweizer Illustrierte» hatte eine Werbekampagne auf Facebook lanciert. Das Soziale Netzwerk kooperiert mit weiteren Webseiten, die der «Schweizer Illustrierten» nicht bekannt sind. So landete die Werbung für das flexible Monatsabo auf Breitbart.

Bei der Swiss wurde die Werbung via Google geschaltet. Die Google-Software platziert das Werbebanner automatisch auf verschiedenen Webseiten. Dabei sollte die schwarze Liste eigentlich verhindern, dass die Werbung auf einschlägigen Webseiten landet. Es hat nicht funktioniert. Offenbar lag es am gewählten Algorithmus, der sich am Surfverhalten der Breitbart-Leser orientiert.

Für Firmen und Werbeagenturen kaum nachvollziehbar

Die Fälle zeigen: Die Algorithmen der grossen Techgiganten sind für die Firmen und ihre Werbeagenturen kaum nachvollziehbar – geschweige denn kontrollierbar. Und so kommt es, dass Schweizer Firmen die Rechtsaussen-Plattform in den USA unfreiwillig mitfinanzieren.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    Zum Glück gibt es die Algorithmen, wohinter sich die menschl. Gier verstecken kann. Den Algorithmen ist es egal, ob die Kunden von Breitbart oder vom lokalen Frauenverein zuströmen.
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  • Kommentar von Urs Graf (U.G)
    ein Sturm im Wasserglas. Offenbar ist es politisch nicht korrekt Breitbart und co zu lesen, sonst ist man ein Mensch/Firma 2. Klasse. Ist das nicht auch eine Form von subtiler Diskriminierung und Hetze gegen andersdenkende? Nichts desto trotz: ich habe mir die Seite mal angeschaut und sehe dort noch spannende Beiträge die die Einheitspresse offenbar bewusst nicht bringt. Kritisch hinterfragen muss ich aber alle Medien und Berichte, und zwar ausnahmslos!
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    1. Antwort von Tim Buesser (TimBue)
      Offenbar ein "Problem" für und in der Schweiz, von dem nur unsere Journalisten wissen. Natürlich wird es darum auf das Schild der "Top-News" gehoben werden, das wir Leser in der CH es ja auch mitbekommen (natürlich in dem Licht, wie man es zu sehen haben soll, gemäss Journalisten).
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Es geht gar nicht darum, was Sie lesen oder nicht. Das ist völlig irrelevant für diese Firmen und uninteressant für Ihre Mitbürger. Es geht darum, dass wenn die Migros Gelder von Schweizer Kunden braucht um Werbung zu machen möchte sie dort werben wo sie erstens Potential sieht und wo sie zweitens möglichst nicht einen schlechten Ruf einfängt, weil das dann auch wieder Kunden kostet anstatt bringt.
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