US-Sender sichert sich europäische Lizenzen für Olympia

Das Internationale Olympische Komitee vergibt sämtliche Übertragungsrechte in Europa für die Olympischen Spiele 2018 bis 2024 an das Mutterhaus von Eurosport. Was dieser Entscheid für das Schweizer Fernsehen bedeutet, ist unklar.

Der Präsident und CEO von Discovery Communications, David Zaslav, und IOC-Präsident Thomas Bach.

Bildlegende: Deal besiegelt: David Zaslav von Discovery Communications und IOC-Präsident Thomas Bach. Keystone

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Rechte, die Olympischen Spiele 2018 bis 2024 in Europa im Fernsehen und im Internet zu übertragen, als Gesamtpaket der Muttergesellschaft von Eurosport, Discovery Communications, zugesprochen. Die Vereinbarung umfasst die Winterspiele 2018 in Pyeongchang, die Sommerspiele 2020 in Tokio sowie die Spiele in den Jahren 2022 und 2024.

Ausgenommen von der Übereinkunft sind Grossbritannien und Frankreich. Denn die BBC und France Télévision haben bereits Verträge bis 2020 abgeschlossen. Die Austragungsorte der darauffolgenden Spiele stehen momentan noch nicht fest.

Mit den Umsätzen aus der langfristigen Partnerschaft mit Discovery/Eurosport möchte das IOC die olympische Bewegung finanzieren und die Entwicklung des Sports weltweit unterstützen. Zudem hat sich Discovery verpflichtet, gemeinsam mit dem IOC einen neuen Olympia-Kanal für den europäischen Raum zu entwickeln.

Grosse Reichweite in Europa

Discovery hat die Exklusivrechte, deren Wert auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt wird, für alle Plattformen erworben: Dazu gehören Free- und Pay-TV, Internet sowie mobile Endgeräte.

Mit Ausnahme von Russland beliefert das amerikanische Medienunternehmen 50 europäische Länder in 20 Sprachen. Es verfügt über durchschnittlich zehn Sender pro Markt. Das verspricht eine grosse Reichweite: Über 700 Millionen Zuschauer sollen in den Genuss der Berichterstattung über die Olympischen Spiele kommen.

200 Stunden Grundversorgung gratis

Die Vergabe der Rechte an einen einzelnen Partner habe für das IOC den Vorteil, nur einen Ansprechpartner zu haben, sagt der Geschäftsführer der Europäischen Sponsoring-Börse, Hans-Willy Brockes. Zudem werde «das ganze Thema Olympia dann sehr wahrscheinlich von einem Sender 365 Tage im Jahr – auch in den Jahren, in denen keine Olympischen Spiele stattfinden – aufgenommen».

Das sei besonderes für Randsportarten wie Handball, Volleyball oder Judo gut, die sonst von den meisten Kanälen links liegen gelassen würden, so der Spezialist für Marketing und Sportveranstaltungen. Ein Teil der Spiele wird wohl nur im Pay-TV zu sehen sein. «Die Grundversorgung mit Olympia mit mindestens 200 Stunden wird aber im Free-TV sein, das hat Eurosport versprochen, das ist Teil der Vertrages.»

SRG noch ohne Übertragungsrechte

Die SRG hatte sich via die European Broadcasting Union (EBU) ebenfalls für die Übertragungsrechte an diesen Spielen beworben. Welche Auswirkungen die Zusage an Eurosport nun für andere Sender haben werde, sei noch unklar, sagt Caroline Kalberer, Mediensprecherin von SRF Sport. «Ob und wie weit die Rechte in welchen Territorien, etwa in der Schweiz, sublizensiert werden, ist derzeit nicht bekannt.»

Für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Brasilien hat sich die SRG die Übertragungsrechte bei der Sportrechteagentur Sportfive International bereits gesichert, nicht jedoch für die Jahre 2018-2024. «Die SRG bemüht sich darum, die Übertragungsrechte auch für diese Olympischen Spiele zu erhalten», so Kalberer.