Vasellas Millionenverzicht erinnert an Fall Barnevik

Novartis-Präsident Daniel Vasella verzichtet nach dem öffentlichen Aufschrei auf seine Abgangszahlung von 72 Millionen Franken. Vasella ist nicht der erste Spitzenmanager der nach Empörung in der Bevölkerung auf eine Millionen-Abfindung verzichtet.

Nach scharfer Kritik von Politikern und Aktionären hat Vasella auf seine umstrittene Millionenabfindung verzichtet. Vasella und der Novartis-Vorstand haben sich darauf verständigt, die Vereinbarung über die Zahlung von 72 Millionen Franken zu annullieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass öffentliche Empörung einen Deal über Millionen-Abgangsentschädigungen für einen Spitzenmanager zum Platzen bringt.

233 Millionen Franken PK-Gelder und Boni

2002 war bekannt geworden, dass der frühere ABB-Chef Percy Barnevik bei seinem Abgang Pensionskassengelder in der Höhe von 148 Millionen Franken erhalten hatte. Die hohe Abgangsentschädigung sorgte damals für einen Sturm der Entrüstung.

Barnevik hatte acht Jahre den schwedischen Asea-Konzern geleitet. Nach der Fusion mit der Schweizer Brown Boveri zu ABB führte er den neuen Konzern von 1988 bis 1996 und war bis 2001 Verwaltungsratspräsident. Barnevik galt damals als Manager-Ikone. Doch als seine hohe Entschädigung bekannt wurde, geriet Barnevik zum Buhmann und zum Inbegriff des Abzockers.

Barneviks Nachfolger bei ABB, Björn Lindahl, erhielt bei seinem Abgang 85 Millionen. Später zahlte Barnevik 90 Millionen zurück, Lindahl 47 Millionen Franken.

Die Enthüllung über die Millionenzahlungen der ABB-Manager löste eine hitzige Debatte über die berufliche Vorsorge von Topmanagern aus. Das Parlament verabschiedete später eine «Lex Barnevik». Diese revidierte das Obligationenrecht und zwang Superreiche fortan, ihre Bezüge in börsenkotierten Unternehmen offenzulegen.