Vatikanbank sperrt Konten und der Chef geht

Die Vatikanbank reduziert ihre Kundenzahl drastisch. Rund 5000 Konten werden aufgehoben. Nachdem Bankchef Ernst von Freyberg die Restrukturierung eingeleitet hatte, verlässt er nun das Geldhaus.

Die von Skandalen geschüttelte Vatikanbank treibt ihre Aufräumarbeiten kräftig voran. Das Institut sperrte über 2000 Konten und kündigte weitere 3000, wie das Institut bekannt gab. Auf den meisten gekündigten Konten habe es seit Jahren keine Bewegung mehr gegeben.

Weitere 359 Geschäftsbeziehungen sollen aufgegeben werden, da sie nicht mehr den Kriterien des Hauses entsprächen, hiess es weiter. Die Bank, die 15'500 Kunden hat, war unter anderem in den Verdacht der Geldwäsche geraten.

Mehr Transparenz war das Ziel

Wie ebenfalls bekannt wurde, gibt der deutsche Bankchef Ernst von Freyberg sein Amt nach knapp eineinhalb Jahren ab. «Mit dem Abschluss der ersten Phase des Reformprozesses sind wir nun in der Lage, unter einer neuen Führung die zweite Phase zu beginnen», hiess es im Vatikan.


Ein Franzose löst von Freyberg ab

1:16 min, aus Heute um Vier vom 09.07.2014

Unter der Führung von Freybergs, der im Februar 2013 noch von Benedikt XVI. eingesetzt wurde, startete das Geldhaus eine Initiative für mehr Transparenz. Das kostete die Bank 2013 fast den kompletten Gewinn.

De Franssu neuer Chef

Porträt Jean-Baptiste de Franssu

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Der französische Finanzfachmann Jean-Baptiste de Franssu folgt dem deutschen Unternehmer Ernst von Freyberg als Leiter der Vatikanbank nach. Dies teilte der Vatikan mit. Der 51-jährige Franzose leitete bisher das auf Fusionen spezialisierte Beratungsunternehmen Incipit in Brüssel.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Schweizer als neuer Hoffnungsträger für die Vatikan-Bank

    Aus Tagesschau vom 11.7.2013

    Seit knapp einem Monat sitzt der ehemalige Rechnungsprüfer des Vatikans in Untersuchungshaft. Es geht um Schwarzgeld und Geldwäsche über die Bank des Vatikans. Nun soll der Schweizer René Brülhart als neuer Leiter der vatikanischen Finanzaufsichtsbehörde die Bank reformieren und künftig solche Skandale verhindern.