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Wirtschaft Vekselberg stärkt seinen Einfluss bei Sulzer

Die Investmentgruppe Renova des Milliardärs Viktor Vekselberg hat weitere Sulzer-Aktien gekauft. Weil damit ihr Anteil am Industriekonzern auf über einen Drittel gestiegen ist, lanciert sie ein Pflichtangebot an alle Aktionäre. Das Angebot entspricht dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis.

Legende: Video « Milliardär Viktor Vekselberg baut seinen Anteil an Sulzer aus» abspielen. Laufzeit 1:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.08.2015.

Renova ist seit 2007 an Sulzer beteiligt, mit zuletzt rund 33,2 Prozent. Durch neue Aktienkäufe durch die Tochterfirma Tiwel Holding ist die Beteiligungsgrenze von 33,33 Prozent überschritten, wodurch ein Pflichtangebot an alle Sulzer-Aktionäre rechtlich zwingend geworden ist. Laut Sulzer-Mitteilung meldete Tiwel am Freitag einen Anteil von 33,36 Prozent.

Der Angebotspreis beträgt 99,20 Franken. Er entspricht dem Schlusskurs der Sulzer-Aktie vom Freitag und damit dem börsenrechtlichen Mindestpreis. «Das dürfte in der Praxis bedeuten, dass die überwiegende Zahl der Publikumsaktionäre sich den Verkauf der Aktien sehr genau überlegen wird», sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Jan Baumann.

Mehrheitsverhältnisse sollen nicht angetastet werden

Ungeachtet der neusten Aktienkäufe und des Pflichtangebots soll Sulzer in den Händen von unabhängigen Aktionären bleiben. Renova habe keine Absichten, Sulzer zu privatisieren, teilte die Anlagegesellschaft des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg mit. Die Offerte sei so ausgestaltet, «dass die bisherigen Mehrheitsverhältnisse nicht erheblich in Frage gestellt werden».

Mit dem Pflichtangebot an alle Aktionäre bekenne sich Renova zu ihrem langfristigen Engagement bei Sulzer und zur aktuellen strategischen Ausrichtung des Unternehmens. «Hintergrund des Zukaufs durch Renova dürfte sein, dass der Aktienkurs von Sulzer in letzter Zeit zur Schwäche neigte», meint Jan Baumann. «Der Konzern steckt in einer Restrukturierung, die Geschäfte laufen nicht besonders rund.»

Flüssige Mittel flexibler einsetzen

Ausserdem erleichtert das Pflichtangebot für die Sulzer-Aktien eine sinnvolle Kapitalbewirtschaftung: Sulzer hat grosse Bargeld-Reserven und will das flüssige Geld möglicherweise auch einsetzen, um an der Börse Sulzer-Titel von den Publikumsaktionären zurückzukaufen. Die Befürchtung, bei einem solchen Aktienrückkauf könne die Renova-Beteiligung – unbeabsichtigt – über einen Drittel klettern, ist vom Tisch: Die Drittels-Schwelle ist nun ja bereits überschritten. Und Sulzer habe damit grössere Handlungsfreiheit im Umgang mit den flüssigen Mitteln im Konzern, so Baumann.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Kramer, ZH
    Das hat man nun davon, weil man damals bei der ZKB-Sulzer-Affäre nicht hart genug durchgegriffen hat. Zu viele Illustre Namen und Verbindungen aus Wirtschaft und Bankenwesen standen auf dem Spiel, und man hat diese etwas abgewatscht, anstelle eingelocht. Nun wird noch etwas gespielt, gepokert, bis ein paar Kleinaktionäre die Nerven verlieren und verkaufen. Dann ist Herr Vekselberg endlich am Ziel, denn er hatte stets die Zeit, welche sich andere nicht mehr nehmen können oder wollen.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Diä cheibä Russä! Überall hocken sie dick im CH-Geschäft, wie auch die Chinesen.
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    1. Antwort von O. Toneatti, Bern
      Zelger@ Auch unser erfolgreicher EX-Diplomat Thomas Borer arbeitet und lobbiert mit seinem Insiderwissen erfolgreich für östliche Staaten. Auch gutbezahlte Schweizer sind scheinbar erfolgreich, nicht nur die Russen.
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