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Wirtschaft Vergangenheitsbewältigung der UBS: Weber sieht noch viel Arbeit

In der Öffentlichkeit tritt Axel Weber, seit anderthalb Jahren Verwaltungsratspräsident der UBS, nur selten auf. Nun war er zu Gast in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Er sagte, wie er mit dem Aufräumen in der UBS vorankommt und ob die Grossbank unter seiner Führung sauber geschäftet.

UBS-Präsident Axel Weber
Legende: Will möglichst rasch mit den Altlasten aufräumen: UBS-Präsident Axel Weber Keystone

Allein in den letzten drei Wochen hat die UBS drei Rechtsverfahren mit einem Vergleich beendet – und dafür mehr als eine Milliarde US-Dollar bezahlt. Der Vorwurf lautete jeweils, Kunden beim Verkauf von Wertpapieren zu Beginn der Finanzkrise getäuscht zu haben.

Lange Liste

Drei Rechtsfälle sind damit ad acta gelegt, die Liste der Verfahren ist allerdings nach wie vor lang. Wird sie je kürzer? Zu sagen, er sehe bereits Licht am Ende des Tunnels, sei wohl verfrüht, sagt Weber. «Aber je mehr Fälle beigelegt werden, desto stärker kommt man in der Vergangenheitsaufarbeitung voran.»

Und Weber beeilt sich zu betonen, dass nicht nur die UBS von der Vergangenheit eingeholt werde: auch andere Banken hätten sich in der Boomphase vor der Krise nicht immer an die Regeln gehalten. Auch sie müssten das jetzt juristisch aufarbeiten.

Mit Altlasten aufräumen

Was die UBS betrifft, will Weber möglichst rasch mit den Altlasten aufräumen. Je mehr über diese unrühmliche Vergangenheit aller Banken zwischen 2000 und 2007 bekannt werde, desto stärker sei auch der Gegenwind den die Institute erführen – in der Öffentlichkeit, den Medien, von den Regulatoren und der Aufsicht. «Und deshalb ist es wichtig, diese Vergangenheit schnell zu regulieren. Der Versuch, auf Zeit zu spielen und das Ganze hinauszuzögern, wird nur dazu führen, dass der Gegenwind zunimmt.»

Geschäftet die UBS unter Webers Führung «sauber»? Hier bleibt Weber vage. Die Bank arbeite sauberer als in den Boomphasen, die Kontrollsysteme seien verstärkt worden. «Aber wir sind noch nicht komplett mit der Vergangenheitsaufarbeitung durch.»

Ein Thema der Vergangenheit will Axel Weber schon bald aus der Welt schaffen. Er will die Ramsch-Papiere, die die Nationalbank der UBS im Herbst 2008 abgenommen hatte, bald zurückkaufen. Damit wäre dann das grosse Kapitel «Staatsrettung» für die UBS vom Tisch.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Bänkster und Politikster lügen wenn sie den Mund öffnen und wenn sie ihn schliessen, dann haben sie gelogen. Siehe auch im Blick heite "jungbänkster". Sollange die Politik bedingungslos diesen Halunken hilft wird sich nichts ändern. Unsere Bundesräte sind Ihres Amtes nicht würdig!
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  • Kommentar von Hugo Rey, Bern
    Gut im Ansatz. Es wäre jetzt an der Zeit, dass UBS und Gredit Suisse jetzt den Lehman-Skandal aufarbeiten würden. Das wird heikel, weil dann offen gelegt wird, dass die Finma gelogen hat, das die Justiz mitgeholfen hat, den Skandal zu vertuschen und dass die Politik ihre wichtige Kontrollfunktion (GPK) nicht wahrgenommen hat, www.banken-arroganz.ch
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  • Kommentar von Hugo Rey, Bern
    Altlasten aufräumen tönt ja gut. Aber die Leichen der Gebrüder Lehman stinken nach wie vor zum Himmel! Wahrscheinlich wird es bei diesem Betrugsfall nie etwas mit aufräumen. Dann müsste nämlich die Credit Suisse nachziehen und die Lügen der Finma, die Vertuschungen der Justiz und das schludrige Verhalten der Politik würden offen gelegt. Aufgedeckt wird das eh einmal, aber wahrscheinlich erst in ein paar Jahren... banken-arroganz.ch
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