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Verkauf von Elektrofahrzeugen Klingt nach wenig – ist aber ein Rekordwert

Legende: Audio Elektroautos kommen 2017 auf Marktanteil von 1,5 Prozent abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
02:10 min, aus HeuteMorgen vom 04.01.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Über 314'000 Autos sind im vergangenen Jahr in der Schweiz neu zugelassen worden.
  • Davon hatten gut 4'700 Fahrzeuge einen rein elektrischen Antrieb.
  • Damit kommen die Elektroautos auf einen Marktanteil von 1,5 Prozent.

Auch wenn 1,5 Prozent Marktanteil auf den ersten Blick nach wenig aussieht – es ist ein Rekord. Jörg Beckmann ist jedenfalls zufrieden. Er ist Geschäftsführer von Swiss eMobility; der Verband setzt sich für die Elektromobilität in der Schweiz ein.

«Für eine neue Technologie, die eigentlich erst seit 3, 4 Jahren wirklich massenfähig und alltagstauglich ist, ist das absolut keine schlechte Zahl», sagt Beckmann, und erklärt weiter: «Es geht einfach in die richtige Richtung und das ist das Signal, was wir aus den jüngsten Zahlen nehmen können.»

Es geht einfach in die richtige Richtung und das ist das Signal, was wir aus den jüngsten Zahlen nehmen können.
Autor: Jörg BeckmannGeschäftsführer Swiss eMobility

Allerdings: Seit geraumer Zeit wird vom Durchbruch der Elektroautos gesprochen. Doch die 1,5 Prozent sind das bestimmt nicht. Woher also nimmt Beckmann seinen Optimismus? «Den nehme ich daher, dass es mittlerweile so ist, dass wir auf dem E-Automarkt eine deutlich breitere Modellpalette haben, dass wir deutlich günstigere Anschaffungspreise haben, dass wir deutlich höhere Reichweiten bei den Batterien haben, dass wir ein dichteres Ladenetz haben, dass wir ein deutlich höheres und stärker ausgeprägtes Bewusstsein für E-Fahrzeuge in der Gesellschaft haben und dementsprechend auch eine viel höhere Begeisterung.»

Legende:
Neuzulassungen Personenwagen mit Alternativantrieben Das Diagramm zeigt die Entwicklung der Neuimmatrikulationen von Elektro- und Hybrid-Autos in den letzten 10 Jahren. Dabei wird bei den Hybridfahrzeugen nicht zwischen Benzin-, Diesel- oder Wasserstoff-Motor unterschieden. auto-schweiz / 03.01.2018

Das zeige sich auch an der Tatsache, dass immer mehr Hybrid-Fahrzeuge zugelassen werden – Autos also, die sowohl mit einem Verbrennungsmotor wie auch mit einem Elektroantrieb ausgerüstet sind.

Wir brauchen diese Fahrzeuge, denn ab 2020 gelten neue CO2-Grenzwerte: 95 Gramm CO2 pro Kilometer.
Autor: Andreas BurgenerDirektor Auto-Schweiz

Deren Marktanteil lag im vergangenen Jahr bei knapp vier Prozent. Auch das ist ein neuer Rekord. Und: Das Verhalten der Besitzer von einem Hybrid-Auto zeige, dass ein solches Fahrzeug oftmals ein Einstieg in die neue Technologie bedeutet. Wer mit einem Hybrid-Auto zufrieden ist, kaufe sich als nächstes häufig ein rein elektrisches Fahrzeug.

Beckmann rechnet für 2020 mit höherem Marktanteil

Und die Autohersteller? Diese werden faktisch dazu gezwungen, mehr Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Andreas Burgener, Direktor von Auto-Schweiz – der Vereinigung der Automobil-Importeure – sagt: «Wir brauchen diese Fahrzeuge, weil ab 2020 gelten neue CO2-Grenzwerte: 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Und das erreichen wir mit dem reinen Verbrennungsmotor nie und nimmer.»

Wenn ein Hersteller dann diesen Wert für seine Flotte dann nicht erreicht, wird er gebüsst. Auch daher nimmt Beckmann seinen Optimismus und rechnet deshalb für 2020 mit einem Marktanteil der Elektroautos von «über fünf Prozent – mit etwas Glück bei zehn Prozent».

Tesla mit Problemen

Der US-Elektroautobauer Tesla hat mit den Absatzzahlen für seinen neuen Hoffnungsträger Model 3 enttäuscht. Im vierten Quartal lieferte das Unternehmen 1550 Fahrzeuge aus. Analysten hatten mit 4100 gerechnet. Tesla bekommt die Probleme bei dem Fahrzeug nicht in den Griff. Knackpunkt ist die Produktion der Batterie-Module.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Trösch (Rolf T)
    Das Akku basierte EAuto ist der falsche Weg bezüglich Nachhaltigkeit (Akku Prod./Entsorgung), Wirtschaftlichkeit(Gewicht/Reichweite) und Energieproduktion(KKW,Kohle). Die Brennstoffzelle könnte den Akku überflüssig machen. Die Energiekette müsste so aussehen: Sonne>PV>Strom>Elektrolyse von Wasser>Wasserstoff (lagerbar, Gastankstelle) die Brennstoffzelle im EAuto wandelt Gas direkt zu Fahrstrom. Emission=Wasserdampf. Wasserstoff&Brennstoffzelle könnten generell Oekostrom speicherbar machen.
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  • Kommentar von Peter Brenner (Brenner)
    Im Zuge der ES 2050, wenn die KKW (12 g Co2/kWh lt. ENTSO-E) nach und nach vom Netz gehen und durch Solar (45 g/kWh) und Wind (12g/kWh) "ersetzt" werden, dazu jedoch erhebliche Strommengen aus Kohle/Gas importiert werden müssen, vermiest sich die CH - Strombilanz beträchtlich. Übrigens: Solarhersteller werben mit "eingesparten Tonnen CO2" und beziehen sich auf den Europäischen Strommix mit 500 g/kWh, nicht auf den derzeitigen CH-Mix mit 28 g/kWh. So etwas nenne ich Etikettenschwindel.
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    1. Antwort von Jürgen Baumann (Jürgen Baumann)
      Die 12 g CO2/kWh für ein AKW sind über den gesamten Lebenszyklus nicht zu halten. Vielleicht noch für ausgewählte Teile der Betriebsphase. Bei den konventionellen Energieformen gibt es wegen den zunehmend ausgeräumten guten Lagerstätten und den wachsenden Anforderungen an Förderung, Aufbereitung, Logistik, Betrieb, Rückbau und "Entsorgung" nur eine Richtung beim "carbon footprint" und den Kosten - aufwärts.
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    2. Antwort von Jürgen Baumann (Jürgen Baumann)
      Bei den Erneuerbaren sieht es wegen der noch ziemlich frischen Lernkurve gerade umgekehrt aus - abwärts. Weil der crossover schon lange erreicht ist, finden sich auch kaum noch Investoren. Ausser bei AKW mit einer Zweitnutzung - z.B. Atombombenbau.
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Manchmal wundere ich mich schon ob der grenzenlosen Naivität der eMobility Jüngerschaft. Aber scheinbar kann man heute mit dem entsprechenden Marketing nun wirklich alles an den Mann/Frau bringen.
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    1. Antwort von Jürgen Baumann (Jürgen Baumann)
      Manchmal wundere ich mich schon ob der grenzenlosen Naivität der Diesel/Benzin Jüngerschaft. Aber scheinbar kann man heute mit dem entsprechenden Marketing nun wirklich alles an den Mann/Frau bringen. Egal was hinten raus kommt ...
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