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Vermögende werden reicher Die Schweiz ist das beliebteste Gelddepot

Dank Börsenboom sind die Vermögen der Reichen im letzten Jahr um satte 12 Prozent gestiegen. Der Schweizer Finanzplatz profitiert davon.

Legende: Audio Weltweites Vermögen wächst – die Schweiz profitiert abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
01:51 min, aus HeuteMorgen vom 15.06.2018.

Nach wie vor verwaltet kein Land der Welt so viele ausländische Vermögen wie die Schweiz. Rund 2300 Milliarden Dollar sind es. Das geht aus der Vermögensstudie des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group hervor.

Diese Summe entspricht fast einem Drittel aller weltweiten ausländischen Vermögen. An zweiter und dritter Stelle liegen die Vermögensverwalter von Hongkong und Singapur. Sie verwalten aber nicht einmal halb so viel ausländisches Kapital wie ihre Kollegen bei Schweizer Banken.

Stabilität ist grosses Plus der Schweiz

Dabei hatten Experten damit gerechnet, dass die schärferen Transparenzregeln und der automatische Informationsaustausch dem Offshore-Standort Schweiz eher schaden würde.

In diesen Zeiten suchen vermögende Kunden Horte der Stabilität für Teile ihres Vermögens.
Autor: Matthias NaumannBoston Consulting Group

Matthias Naumann von Boston Consulting sagt, die Schweiz profitiere aktuell davon, dass die geopolitische Lage unsicherer geworden sei: «In diesen Zeiten suchen vermögende Kunden Horte der Stabilität für Teile ihres Vermögens.» Die Schweiz biete diese finanzielle und politische Stabilität.

Zudem auch Rechtssicherheit, Schutz der Privatsphäre, wie auch Zugang zu den internationalen Finanzmärkten. «In all diesen Kriterien kann die Schweiz sehr gut punkten», so Naumann. Der grösste Teil der hiesigen ausländischen Vermögen gehört Deutschen, Franzosen und Saudis.

Ein Koffer mit 1000er-Noten
Legende: In der Schweiz sind rund 2300 Milliarden Dollar an Vermögen deponiert. Keystone

Finanzplatz ist «sauberer» geworden

Jahrelang waren ausländische Vermögen negativ behaftet gewesen. Weil man Steuerhinterziehung vermutete. Aus diesem Grund hat Andreas Missbach von Public Eye die ausländischen Vermögen in der Schweiz immer kritisiert. Heute tut er dies nicht mehr im gleichen Ausmass: «Im Unterschied zu früher befindet sich heute sehr viel ausländisches Geld in der Schweiz, das steuerlich in den Heimatländern korrekt deklariert wurde.»

Zurückzuführen sei dies darauf, dass die Schweiz mit rund 40 Ländern den automatischen Informationsaustausch eingeführt habe. Wenn die Schweiz aber einen komplett sauberen Finanzplatz wolle, dann müsse man weitere solche Abkommen schliessen – gerade auch mit Entwicklungsländern.

Grafik Globaler Reichtum Offshore

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23 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Diese Vermögensverschiebungen in die Schweiz sind ein Indikator, dass die grosse Blase bald in die Luft geht. Rette sich wer kann und wenn es ausser Gold und Spurenelemente auch nur viele Schrottpapiere sind .
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Die naechste fiskalische Evolution zur Besteuerung des Kapitals statt der Arbeit ist nicht nur faellig, sondern laengst ueberfaellig. Sonst kommt zwangsleufig die naechste Revolution, in der nicht nur die Geldhalden, sondern auch deren Eigentuemer wieder auf ein sozial vertraegliches Mass verkleinert werden....
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Finanzplatz ist «sauberer» geworden aber das Geld schmutziger.
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Ich bin froh u. stolz in einem Land zu leben, dass sich seit 1848 eine liberale Verfassung gegeben hat, durch die direkte Demokratie, Neutralität, unabhängige Nationalbank, seriöse u. verantwortungsvolle Vermögensverwalter, Heraushalten aus den Weltkriegen, usw. eine unvergleichliche Stabilität erschaffen hat. Dieser Stabilitätsfaktor ist nicht nur für uns wichtig, sondern zieht auch viel ausl. Vermögen in unser Land. Die daraus entstehenden Arbeitsplätze u. Profite sollten wir nicht verteufeln.
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