Vögele kann den Verlust bremsen

Das Bekleidungsunternehmen konnte im ersten Halbjahr den Verlust reduzieren. Der Turnaround ist aber noch nicht geschafft. Der Konzern steckt weiterhin in den roten Zahlen.

Die Kleiderkette Charles Vögele ist in der ersten Hälfte des Jahres weiterhin nicht aus den roten Zahlen herausgekommen. Während der Verlust aber etwas weniger gross ausfiel als noch im letzten Jahr, litt das Unternehmen heuer wie die ganze Branche unter dem langen Winter und dem kühlen Sommerstart.

Markus Voegeli während einer Medienkonferenz auf der Bühne

Bildlegende: Markus Voegeli wurde in seinem Amt bestätigt. Keystone

Charles Vögele hat sich nach eigenen Angaben aber nicht davon beirren lassen, dass andere Kleideranbieter bereits im Mai Sommerkleider mit hohen Rabatten verkauft haben. Dadurch habe man von besseren Margen profitieren können, teilte das Unternehmen mit.

Bei einem um 4 Prozent tieferen Nettoumsatz von 466 Millionen Franken hat mit 16 Millionen Franken denn auch ein nicht mal mehr halb so grosser Betriebsverlust (EBIT) als noch vor einem Jahr resultiert. Damals stand ein operatives Minus von 49 Millionen Franken zu Buche. Die Abschreibungen nicht mitgerechnet (EBITDA) hat Charles Vögele sogar wieder knapp profitabel gearbeitet.

Unter dem Strich betrug der Reinverlust 21 Millionen Franken, nach einem Halbjahresverlust von 54 Millionen Franken vor einem Jahr.


Konzernchef Markus Vögeli ist vorsichtig optimistisch

2:40 min, aus SRF 4 News aktuell vom 20.08.2013

Auf Vögele wartet viel Arbeit

Trotz des etwas besseren Ergebnisses: Aus dem Schneider ist Charles Vögele noch lange nicht. In den beiden für den Konzern wichtigsten Märkten Schweiz und Deutschland hat sich der Umsatz in den Läden schlechter als der Markt entwickelt. Und die Verschuldung ist im Vergleich zum letzten Sommer auch höher.

Das Unternehmen wieder aufrichten soll Markus Voegeli: Der bisherige Finanzchef, der seit letztem Herbst als interimistischer Konzernchef amtete, ist vom Verwaltungsrat definitiv zum CEO ernannt worden.

Zudem wird das Unternehmen ab 1. November wieder einen Verkaufschef und ab 1. Dezember wieder eine Einkaufschefin haben. Für diese lange vakanten Stellen konnten Matthias Wunderlin und Beatrice Grünwald verpflichtet werden.

In der zweiten Jahreshälfte will Charles Vögele weiterhin seinen Fokus darauf legen, wieder profitabel zu werden. Im ganzen Geschäftsjahr rechnet das Management mit einem deutlich verbesserten Betriebsergebnis. Der schrittweise Rückzug aus Polen und Tschechien verlaufe nach Plan, hiess es weiter. Über einen allfälligen Rückzug aus Ungarn soll im Herbst entschieden werden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Charles Vögele mit tiefroten Zahlen

    Aus Tagesschau vom 16.4.2013

    Das seit Jahren mit roten Zahlen kämpfende Modeunternehmen hat ein weiteres schlechtes Jahr hinter sich und schreibt einen Verlust von 109 Millionen Franken.