Vom LKW-Mechaniker zum Unternehmer

In der Schweiz gibt es vier grosse Schulmöbel-Produzenten. Zesar ist aber der einzige, welcher diversifiziert hat: Auf Initiative von Roland Zaugg stellt das Unternehmen nun auch Arbeitsplatz-Lösungen für die Uhren-Industrie her.

Zwei Männer schauen Schulmöbel an.

Bildlegende: Will mit seinen Möbeln neue Märkte erschliessen – Roland Zaugg (li.), Inhaber der Schulmöbelfirma Zesar. SRF

In Tavannes wird gebaut. Da die Kapazitäten nicht mehr ausreichen, wird das Werk Zesars im Berner Jura von 2‘000 auf 3‘000 Quadratmeter vergrössert. Ein Sinnbild für das florierende Geschäft, für welches der 40-jährige Unternehmer Roland Zaugg verantwortlich ist.

Zaugg ist gelernter LKW-Mechaniker, hatte sich in der Folge aber bis zum Wirtschaftsingenieur weitergebildet. Zuletzt war er in der Geschäftsleitung eines 600-Mann Unternehmens beschäftigt. Der Reiz, einmal sein eigener Chef zu sein, liess ihn nie los. Mit eigenem Geld und der finanziellen Unterstützung seines Umfelds übernahm er im Jahr 2009 schliesslich das zum Verkauf stehende Unternehmen Zesar.

Hohe Ansprüche an Schulmöbel

Ursprünglich stellte die Firma Zesar nebst Schulmöbeln auch Velo-Rahmen her. Heute zählt die Firma 30 Mitarbeiter und setzt jährlich 6 Millionen Franken um.

Auf dem Kopf stehende Hocker auf einem Schultisch

Bildlegende: Pro Jahr stellt Zesar rund 15'000 Stühle und 5'000 Tische her. SRF

Laut Zaugg müssen Schulmöbel vor allem resistent und langlebig sein und den Anspruch erfüllen, 30 bis 40 Jahre im Einsatz zu sein. Wichtig heutzutage ist die Ergonomie. Deshalb verfolgt Zesar den Ansatz, die Möbel auf die Tätigkeiten der jeweiligen Kunden anzupassen.

Aber auch die Unterrichtsform ändert sich durch die digitale Revolution – Die Nachfrage nach Tischen mit integrierten Funktionalitäten für Laptops oder Tablets steigt. Ein Bereich, in dem Zesar laut Roland Zaugg eine führende Rolle einnimmt und in dem auch Banken und Versicherungen beliefert werden.

Erschliessung neuer Märkte

Roland Zaugg hat den Umsatz des Unternehmens innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Bevor er eingetreten ist, setzte es erst 3 Millionen Franken um. Für das Wachstum verantwortlich sieht Roland Zaugg einerseits die Automatisierung, welche es ermöglicht, vermehrt Grossaufträge an Land zu ziehen. Andererseits den verstärkten Aussendienst. Am meisten zum Wachstum beigetragen habe aber die Diversifizierung: Als einziger Schulmöbelproduzent hat sich Roland Zaugg in die Uhren-Industrie gewagt und beliefert die Branche mit Werkbänken.

Mittlerweile zählt Zesar 20 Uhrenhersteller zu seinen Kunden, deren Namen Zaugg aber nicht bekannt gibt. Am Umsatz machen sie jedenfalls bereits 35 Prozent aus. Ausschlaggebend für den erfolgreichen Einstieg in die Uhrenindustrie sei laut Zaugg das technische Know-how zur Herstellung von ergonomisch angepassten Arbeitsplätzen gewesen, da die Branche diesbezüglich hohe Ansprüche stelle.

«  Wir wollen ein Wachstum von mindestens 10 Prozent im Jahr halten.  »

Roland Zaugg
Inhaber Zesar

Die Uhren-Industrie soll erst der Anfang gewesen sein. Auch die Pharma- und Medizintechnikbranche will Zaugg in Zukunft mit Zesar-Möbeln ausstatten. Aber auch neue Regionen sollen erschlossen werden: Im Februar stellt das Unternehmen an einer Bildungsmesse in Dubai aus.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Vom LKW-Mechaniker zum Schulmöbel-Hersteller

    Aus ECO vom 5.1.2015

    Schon als LKW-Mechaniker hatte sich Roland Zaugg zum Ziel gesetzt, einmal Unternehmer zu sein. Nach diversen Ausbildungen bis zum Wirtschaftsingenieur hat er nun sein Ziel erreicht: Er ist seit fünf Jahren Inhaber der Traditionsfirma Zesar, welche im Berner Jura Schulmöbel herstellt. Und das erfolgreich – Mit Roland Zaugg hat sich der Umsatz des Unternehmens verdoppelt.

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