Unlautere Absprachen Von Vitaminen bis Bier: Das sind die wichtigsten Kartellfälle

Unzulässige Preis- und Marktabsprachen zwischen grossen Unternehmen haben Tradition. Die Reihe darin verwickelter prominenter Firmen ist lang.

Das LKW-Kartell

Lastwagen Daimler

Bildlegende: Langjährige Preisabsprachen im Lastwagen-Geschäft. Keystone

Zwischen 1997 und 2011 hatten Daimler, DAF, Renault/Volvo, Iveco und MAN die Preise für mittelschwere und schwere Lastwagen Fahrzeuge untereinander abgesprochen und sich über den Termin für die Einführung von Technologien zur Herabsetzung schädlicher Abgase verständigt. Die Wettbewerbsbehörde verhängte 2,3 Milliarden Euro Strafe. Die höchste Einzelstrafe von 1,09 Milliarden fiel auf Daimler.

Google Shopping

Google Logo.

Bildlegende: Die EU-Kommission brummte Google eine Busse von 2,4 Millionen Euro auf. Keystone

Der Internet-Gigant Google hat bei Preisvergleichen seine eigene Shopping-Suche bevorzugt. Die Busse durch das Kartellamt beträgt 2,42 Milliarden Euro. Die unzulässige Vorteilsnahme geschah von 2008 bis 2017.

Das Libor-Kartell

Blick auf Deutsche Bank

Bildlegende: Im Libor-Skandal zahlte die Deutsche Bank die höchste Busse. Keystone

Acht Banken, darunter die Deutsche Bank, Barclays und auch die UBS, hatten die Referenz-Zinssätze Libor und Euribor manipuliert, um damit Handelsgewinne zu erzielen. Die Referenz-Zinssätze basieren auf den Angaben der Banken über ihre Refinanzierungskosten. Die Strafe dafür betrug 1,73 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank zahlte mit 726 Millionen die höchste Strafe. Dauer der Manipulationen: Zwischen 2005 und 2010.

Das Vitamin-Kartell

Reagenzgläser.

Bildlegende: Auch Hoffmann-La Roche war am Vitamin-Kartell beteiligt. Keystone

Acht bedeutende Vitamin-Produzenten setzten von 1989 bis 1999 überhöhte Preise fest und teilten den Markt für Vitamine untereinander auf. Das Schweizer Unternehmen Hoffmann-La Roche kassierte mit 462 Millionen Euro die höchste Einzelbusse. Insgesamt mussten die beteiligten Firmen 855 Millionen Strafe zahlen.

Das Schweizer Bier-Kartell

Abgefüllte Bierflaschen auf Förderband

Bildlegende: 1991 brach das Schweizer Bierkartell auseinander. Keystone

Das Kartell war eine Vereinbarung (1935 bis 1991) zwischen fast allen Schweizer Brauereien. Es stand unter der Führung des Schweizerischen Bierbrauer-Vereins (ab 2005 Schweizer Brauerei-Verband). Die Vereinbarung erlaubte eine umfassende Marktregulierung: Unter anderem regelte sie die Zuteilung der Vertriebsgebiete, die Normierung der Produkte, die Gross- und Einzelhandelspreise sowie die Nebenleistungen an Wirte. Der Detailhändler Denner legte sich wiederholt vor Gericht mit dem Bierkartell an. Der Rechtsstreit endete 1993 zugunsten Denners, zwei Jahre nach dem Zusammenbruch des Kartells.