VW: Jetzt hilft nur noch Fehler-Zugeben

Der Autokonzern will sein ramponiertes Image wieder aufpolieren. Mit einem Schuldeingeständnis hat sich der VW-Konzern in der eigenen Mitarbeiterzeitung zu Wort gemeldet. Und auch bei den Kunden kriecht er zu Kreuze.

Von Rost angenagtes VW-Logo auf rostiger Motorhaube

Bildlegende: Es braucht viel, bis das VW-Image wieder aufpoliert ist. Keystone

In der VW-Mitarbeiterzeitung «autogramm» wendet sich das Management an die Belegschaft und räum einen enormen Vertrauensverlust ein. Gleichzeitig verspricht Deutschlands grösster Arbeitgeber und Autobauer, mit aller Kraft um die Gunst der Kunden kämpfen zu wollen.

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VW ruft 8,5 Millionen Fahrzeuge zurück

1:33 min, aus Tagesschau vom 15.10.2015

Das wichtigste Teil kaputt gemacht

Auf einer ganzen Seite steht über dem blau-weissen VW-Logo: «Wir haben das wichtigste Teil unserer Autos kaputt gemacht: Ihr Vertrauen. Wir haben gerade einen grossen Fehler gemacht. Wir haben Ihr Vertrauen beschädigt. Vertrauen, das wir über 60 Jahre aufgebaut haben. Jedes Mal, wenn Sie eines unserer Fahrzeuge gekauft haben, haben Sie an uns geglaubt. Und trotzdem haben wir Sie nun enttäuscht. Darum werden wir jetzt vor allem eins tun: auf unsere Worte Taten folgen lassen. Denn wir werden eine Lösung für jeden betroffenen Kunden finden. Und wir werden nicht aufhören zu arbeiten, bis wir Ihr Vertrauen wiedererlangt haben.»

Image-Kampagne international angelaufen

Nach Auskunft eines Konzernsprechers ist der Text Teil einer auf die internationalen Märkte ausgerichteten Kampagne, die online schon Verbreitung fand. In Deutschland sei der Text mit Ausnahme der Mitarbeiterzeitung noch nicht abgedruckt worden. Ob die Anzeige auch hierzulande eine weitere Verbreitung findet, sei noch nicht entschieden.

Leiharbeiter bangen um ihre Stelle

Gleichzeitig mit der PR-Aktion erreicht die Affäre um manipulierte Abgaswerte die VW-Belegschaft auf dem Heimatmarkt. Erstmals sind nun Jobs in Gefahr. Konzernleitung diskutiere über eine Reduzierung der Leiharbeit, teilte der VW-Betriebsrat mit. Bei Volkswagen arbeiten Tausende von Leiharbeitern.

Dank seiner jahrelangen Erfolgsfahrt übernahm der Konzern wegen der guten Auftragslage regelmässig alle paar Monate Hunderte von Leiharbeitern in die Stammbelegschaft. Der VW-Konzern zählt insgesamt 600'000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt.

Winterkorn bei Prosche weg

Nach seinem Rücktritt als VW-Chef wegen des Abgas-Skandals gibt Martin Winterkorn auch seine Funktion als Vorstandsvorsitzender in der Porsche-Holding PSE ab. Auf ihn folgt ab dem 1. November der neue VW-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch, wie Porsche mitteilt. PSE ist der grösste Aktionär von Volkswagen.