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Wirtschaft VW – schlechte News ohne Ende

Mitten im Abgas-Skandal muss Volkswagen in den USA etwa 91'800 Wagen wegen Problemen mit den Bremsen zur Reparatur in die Werkstätten rufen. In Deutschland drohen nach den aufgedeckten Tricksereien bei CO2-Werten Strafsteuern.

Legende: Video FOKUS: Erneuter Rückruf von VW-Fahrzeugen abspielen. Laufzeit 3:37 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.11.2015.

Für den Autobauer aus Wolfsburg kommt es knüppeldick: Der VW-Abgasskandal ist keine reine Diesel-Affäre mehr – auch Tausende Wagen mit Benzinmotor sind betroffen. Unter den 800'000 Fahrzeugen mit falschen CO2-Werten bei Volkswagen sind nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt auch 98'000 Benziner.

VW muss Motorfahrzeugsteuer nachzahlen

Wenn CO2-Werte wie zu erwarten nach oben korrigiert werden müssten, habe dies Auswirkungen auf die Kfz-Steuer, sagte Dobrindt. «Das gilt auch rückwirkend.» In Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium arbeite sein Ressort daher «an einer Gesetzgebung, die dafür sorgt, dass nicht der Kunde durch diese Mehrkosten bei der Kfz-Steuer belastet wird, sondern der Volkswagen-Konzern.»

Rückruf in den USA

Zur drohenden Milliarden-Busse in den USA nach der «Diesel-Gate» und einer anrollenden Klagewelle, kommt noch weiteres Ungemach auf den Autobauer zu. 91'800 Wagen müssen wegen Bremsproblemen zurück in die Werkstatt.

Legende: Video FOKUS: Die unbemerkten VW-Tricksereien abspielen. Laufzeit 3:28 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.11.2015.

Betroffen seien Beetles, Golfs, Jettas und Passats der Modelljahre 2015 und 2016 mit 1,8- und 2,0-Liter-Benzinmotoren, teilte der Autohersteller mit.

Bei einigen Fahrzeugen bestehe die Gefahr, dass es wegen mechanischer Mängel zu Druckverlust für die Versorgung der Bremsen komme, wodurch das Unfallrisiko steige. VW habe die US-Verkehrsaufsicht NHTSA darüber informiert. Das Unternehmen wisse bislang von keinen Verletzungen, die im Zusammenhang mit dem Defekt stünden.

Verkaufsstopp in den USA

Nach den neuen Vorwürfen der US-Behörde EPA hat Volkswagen den Verkauf der betroffenen Modelle in Nordamerika gestoppt. Es gehe um den Porsche Cayenne, die Audis Q5, Q7, A6, A7 und A8 sowie um den VW-Touareg, insofern sie die fraglichen Dieselmotoren mit sechs Zylindern und 3,0 Liter Hubraum haben, sagte ein Konzernsprecher.

Zur Zahl der nun bei den Händlern stehenden Fahrzeuge mit Verkaufsverbot konnte er nichts sagen. Zuvor hatte bereits ein Audi-Sprecher den Stopp für die Nobelmarke mitgeteilt.

Die schlechten Nachrichten ohne Ende gehen am Konzern nicht spurlos vorbei. Das Image ist arg ramponiert und die Börse reagiert dementsprechend. Bei Handelsschluss in Deutschland verliert die Aktie 9,5 Prozent.

6 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    So kann sich die US-Autoindustrie mühelos von einem Konkurrenten trennen. Das Geld fliesst in die USA - die Schulden nach Europa...
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    1. Antwort von R. Good (Good)
      Sie machen es sich schon sehr einfach in Ihren Rückschlüssen. Wer hat denn hier willentlich und absolut bewusst Betrug begangen, Gesetzte systematisch gebrochen und hunderttausende Kunden mit falschen Angaben hinters Licht geführt ? Wohl ganz klar VW, das ist Tatsache. Wenn dieses Fehlverhalten jetzt Konkurrenten zu Gute kommt, ist auch das durch VW zu verantworten. Wer mit dem Feuer spielt, kann doch nicht die Anderen für seine Verbrennungen verantwortlich machen, oder ?
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Mogeln ist doch Multi-Kulti pur. Wie im Sport so auch in der Wirtschaft, oder was glauben Sie wie man sonst noch heute "Weltmeister" werden kann. Da muss doch immer mehr entsprechend nachgeholfen werden. - Nur wir nennen es heute liberale Wirtschafts-Ordnung. Unter diesem Begriff geht die Post ab....!
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    3. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Schauen Sie sich doch um in der Welt, R.Good - und glauben Sie nicht, dass diejenigen, welche nicht angeklagt und erwischt werden, nicht mit gleichen oder ähnlichen Geschäftspraktiken arbeiten. Teilweise geht für Verfehlungen auch die Verhältnismässigkeit verloren. In den USA gibt es Zeitungsannoncen von Anwälten, die Menschen nach gewissen medizinischen Behandlungen suchen, um Prozesse zu führen, selbst wenn gar kein Schaden entstanden ist...
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Schon wieder wird in Deutschland an rückwirkenden Gesetzen gebastelt. Nicht dass ich die Betrügereien von VW in Schutz nehmen will. Aber rückwirkende Gesetze sind ein Schritt zurück ins Mittelalter. Sie untergraben jedwede Rechtssicherheit.Und ich bin sicher, dass man den VW Betrug locker mit bestehenden Gesetzen ahnden kann. Der Sonnenkönig lässt grüssen. .
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      VW ist nur ein Fallbeispiel für das was in der Wirtschaft (und im Sport) schon längst abgeht. Das sollte man tunlichst nicht vergessen! Es greift zu kurz nur VW an den Pranger zu stellen. Wir haben ein grundsätzliches, fundamentales und globales Problem.
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