Währungshüter denkt laut – und lässt den Euro abgehen

Die Schweizerische Nationalbank schliesst eine Änderung des Euro-Mindestkurses nicht aus. Momentan ist dies laut SNB-Chef Thomas Jordan zwar keine Option. Aber man müsse darüber nachdenken. Auch über Negativzinsen. Jordans Gedanken waren am Markt spürbar.

Liniendiagramm zeigt den Frankenkurs zum Euro an.

Bildlegende: Jordans Äusserungen haben den Frankenkurs in die Höhe schnellen lassen. swissquote.ch

Eine Änderung des Franken-Mindestkurses will die Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht ausschliessen. «Eine Anpassung gehört genauso wie negative Zinsen zu den grundsätzlichen Möglichkeiten, wenn das notwendig ist», sagte SNB-Chef Thomas Jordan am Dienstagabend vor Wirtschaftsjournalisten.

Nach Bekanntwerden von Jordans Aussagen heute Mittag fiel der Franken markant. Zwischenzeitlich notierte der Euro bei über 1,26. Die SNB hatte im September 2011 ein Mindestniveau des Euro zum Franken von 1,20 Franken festgelegt.

Auch Negativzinsen gehören zum «Arsenal»

Derzeit sei nicht geplant, den Mindestkurs aufzugeben. Noch immer würden viele Investoren den Franken als sichere Anlage betrachteten, so Jordan. «Der Mindestkurs hat Gültigkeit, so lange die Nationalbank das für notwendig hält.»


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Auch negative Leitzinsen, wie sie aktuell von der EZB erwogen werden, lehnt Jordan nicht grundsätzlich ab – im Gegenteil: «Wir haben nie ausgeschlossen, dass wir negative Zinsen einführen könnten. Das gehört zum Arsenal, das wir bis jetzt nicht verwendet haben.»

Die Schweiz hatte in den 1970er-Jahren bereits einmal mit negativen Zinsen auf Konten von Ausländern versucht einfliessende Geldströme zu minimieren.

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