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BaZ schluckt Zehnder-Verlag Was bedeutet Blochers Coup für die Medienlandschaft?

25 Gratisblätter auf einen Schlag: Ein cleverer Schachzug, sagt Experte Otfried Jarren, aber problematisch.

Legende: Audio Christoph Blocher vergrössert sein Medienimperium abspielen. Laufzeit 03:16 Minuten.
03:16 min, aus Echo der Zeit vom 16.08.2017.
  • Die Ostschweizer Verleger-Familie Zehnder hat ihren Wochenzeitungsverlag an die «Basler Zeitung» (BaZ) verkauft.
  • Durch den Deal kommt die BaZ, an der auch Christoph Blocher beteiligt ist, in den Besitz von 25 Gratistiteln in 16 Regionen – rückwirkend auf Anfang dieses Jahres.
  • Die Auflage beträgt insgesamt 720'756 Exemplare.
  • Die vom Deal betroffenen 189 Zehnder-Mitarbeitenden werden von der BaZ übernommen.

Mit dem Verkauf an die BaZ-Holding löst die Besitzerfamilie Zehnder die Nachfolgefrage, da sich familienintern keine andere Lösung gefunden hat. Zurzeit verdiene man zwar noch gutes Geld, erzählt Mitbesitzer Andreas Zehnder.

Zu wenig Kraft, um mitzuhalten

Zehnder geht allerdings davon aus, dass es in 20 Jahren nur noch zwei, höchstens drei Printmedien-Verlagshäuser mit überregionaler Bedeutung in der Deutschschweiz geben wird.

«Da haben wir zugegebenermassen, aus eigener Kraft nicht die Chance dazuzugehören.» Zudem fehle der Verleger-Familie die finanzielle Kraft, um die ganze Deutschschweiz abzudecken und in die Digitalisierung zu investieren.

Blocher ist ein idealer Käufer
Autor: Andreas ZehnderMitbesitzer des Zehnder-Verlags

Deshalb sei der SVP-Politiker Christoph Blocher für den Verlag ein Glücksfall: «Blocher ist ein idealer Käufer, einerseits wegen seiner finanziellen Basis, andererseits wegen seines unternehmerischen Weitblicks.»

Porträtbild von Jarren.
Legende: Kommuikationswissenschafter Otfried Jarren meint, man dürfe den Deal nicht unterschätzen. ZVG

Der SVP-Politiker gibt bereits die BaZ heraus. Was bedeutet nun die Ausweitung seines Medienimperiums für die Schweizer Medienlandschaft?

Publizistikprofessor Otfried Jarren bezeichnet Blochers Schachzug als clever.Der Zehnder-Verlag gibt heute beispielsweise in St. Gallen, Aarau, Kreuzlingen oder auch Zug Gratisblätter heraus, und das sei nicht im Niemandsland, wie Jarren betont.«Es ist also nicht nichts, was ins Portfolio von Herrn Blocher kommt, sondern es sind Städte, die auch politisch von Bedeutung sind.»

Ins Portfolio von Herrn Blocher kommen nun Städte, die auch politisch von Bedeutung sind.
Autor: Otfried JarrenProfessor am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich

Zudem kaufe sich der SVP-Stratege in ein rentables Geschäft ein, so Jarren weiter. Es sei ein starker Markt. «Man hat dort noch relativ hohe Reichweiten und gute Werbeerlöse. Die Bedingungen sind stabil.»

Die zunehmende Konzentration im Medienmarkt der Deutschschweiz bezeichnet Jarren allerdings als problematisch.

Hintergedanke lokales Online-Geschäft?

Legende: Video Blocher baut Einfluss in der Medienbranche aus abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.08.2017.

Rolf Bollmann wird den Zehnder-Verlag mit seinen über 150 Mitarbeitern nun neu führen. Als Sanierer der BaZ und Gründer der Gratiszeitung «20 Minuten» bringt er das nötige Rüstzeug mit. Jarren hält Bollmann noch aus einem anderen Grund für den geeigneten Mann: «Er weiss auch, was es heisst, ein Internet aufzubauen.»

Blocher habe nun die Chance aus den Print-Publikationen, ein lokales digitales Geschäft aufzubauen, glaubt Jarren.

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167 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen,dass Linke SOZIALE PARTEI,dermassen sich auf eine Hetze fixiert,was in meinen Augen eher schädlich sein kann,als förderlich. Warum fürchtet man sich vor etwas,was noch gar nicht stattgefunden hat.Muss sagen wenn ich oft so hetzerische Beiträge lese,frage ich mich,sind dies wirklich sozial denkende Menschen,die von Gerechtigkeit sprechen.Muss sagen,wenn Hetze wirklich die Ideologie der Sozialisten wäre,was ich nicht hoffe,wäre dies eher bedenklich. Sorry.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger (Andrea Esslinger)
    152 Kommentare, die meisten wiedermal in einem Links-Rechts-Schema. Was soll die ganze Panikmache? Wem die politische Meinung Blochers nicht passt, macht einen Kleber an den Briefkasten, und er/sie kriegt die Zeitung nicht. Ich lese ja auch die Weltwoche seit Köppel nicht mehr. Jedem seine Entscheidung. Und wenn die Leserzahlen sinken (würden), dann sinken auch die Werbeeinnahmen. So geht die Macht des Konsumenten!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Nochmals: Gratiszeitungen werden in alle Haushaltungen zugestellt. Auch in solchen mit Stop-Kleber.
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    2. Antwort von Thomas Schneider (SchneiderT)
      "Nochmals: Gratiszeitungen werden in alle Haushaltungen zugestellt. Auch in solchen mit Stop-Kleber" 1. Nein werden sie nicht. Ansonsten ist es ein Fehler der Verträger. 2. Und das ist das entscheidende. Weder ist man verpflichtet so eine Zeitung mit heim zu nehmen. Noch diese zu lesen. Echt!
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    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Dann können sie mir sicher erklären, wieso ich trotz Stop-Kleber wöchentlich die büwo erhalte
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    4. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      A. Planta denke da müssten Sie vielleicht einmal beobachten, wer der Reklameverträger/in ist und diese stellen Vorort. Oder die Möglichkeit wäre, sich bei dieser Büwa direkt zu beschweren, dass Sie diese nicht mehr wollen. Versuchen Sie dies einmal, denn dies hat ja mit rechts als solches nichts zu tun. Bei den Werbetelefone ist dies ja auch so, zum Glück kann man dort die Telefonnummern sperren. Wünsche Ihnen viel Erfolg.
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    5. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Habe ich gesagt, ich wolle den Erhalt der büwo verweigern? Tatsache ist, ich bekomme diese Gratiszeitung ungefragt wie auch alle anderen Haushalte in Chur. Wenn sie dies in Abrede stellen wollen erkundigen sie sich selber.
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    6. Antwort von Thomas Schneider (SchneiderT)
      "Dann können sie mir sicher erklären, wieso ich trotz Stop-Kleber wöchentlich die büwo erhalte" Aber aber Natürlich kann ich dies erklären. Gut, Fragen Sie. Also dann liegt es am Verträger. Nicht am Zeitungshersteller. Vielleicht einfach mal die Mühe machen und neben dem Stop-Kleber den Vermerk "keine-Gratis-Zeitung" anstelle nur traurig zu sein eine zu bekommen bitte etwas dagegen unternehmen. Das geht. Einfach mal versuchen. Kostenpflichtig an den Absender zurück ist ein Märchen+nicht möglich
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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Christoph Blocher, der Keith Rupert Murdoch auf CH-Niveau? Wenn auch deren politische Gesinnung nicht zwingend kongruent ist, aber beiden geht es klar um politische Stimmungsmache ;-)
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