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WEF 2013 «Es gibt keine schriftliche Zusicherung»

Die Schweizer Banken müssen sich weiter vor Anklagen aus den USA fürchten. Gemäss Eveline Widmer-Schlumpf gebe es aus den USA nur eine mündliche Zusage, vorläufig auf Anklagen zu verzichten. Dies sagte die Finanzministerin am World Economic Forum gegenüber SRF.

Legende: Video «Eveline Widmer-Schlumpf über die Verhandlungen mit den USA» abspielen. Laufzeit 1:09 Minuten.
Vom 26.01.2013.

Eveline Widmer-Schlumpf betonte, dass die Schweiz in den Verhandlungen mit den USA nicht nachgeben würde. «Sonst hätten wir schon lange einen Deal», so Widmer-Schlumpf. Die Amerikaner hätten aber andere Vorstellungen von einem Abkommen als die Schweiz. Deshalb liefen die Verhandlungen weiter. «Es gibt noch grosse Diskussionen.»

Bei den Amerikanern kann man nichts völlig ausschliessen.

Mehreren Schweizer Banken droht in den USA weiterhin eine Anklage. Darunter die Credit Suisse, die Zürcher und die Basler Kantonalbank. «Man kann nichts völlig ausschliessen bei den Amerikanern», so Widmer-Schlumpf. Sie habe zwar die mündliche Zusicherung, dass keine Anklagen erhoben würden, während die Verhandlungen liefen. Eine schriftliche Zusage gebe es dafür aber nicht.

Die Schweizer Banken müssten aber auch selbst handeln, betonte die Finanzministerin. Sie könnten eigene Deals mit der US-Staatsanwaltschaft abschliessen.

Keine Neuigkeiten im Steuerstreit mit Deutschland

Reto Lipp und Eveline Widmer-Schlumpf
Legende: Eveline Widmer-Schlumpf im Interview mit SRF-Wirtschaftsexperte Reto Lipp. SRF

Bei den Verhandlungen mit Deutschland über die Abgeltungssteuer gab es am WEF keine Neuigkeiten. Widmer-Schlumpf hätte sich gerne mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble getroffen. Er kam aber nicht nach Davos, da er krank ist.

Das abgelehnte Steuerabkommen könne nicht noch einmal aktiviert werden. Es werde aber sicher bald eine Diskussion mit Wolfgang Schäuble geben, so Widmer Schlumpf.

Legende: Video «Eveline Widmer-Schlumpf: Das Interview im voller Länge» abspielen. Laufzeit 14:00 Minuten.
Vom 26.01.2013.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Opfer waren aber klar vorgewarnt. Nach gesundem Menschenverstand sind die USA eindeutig zum Schurkenstaat mutiert und wer Geschäfte mit diesem tätigt oder dort $ ausgibt, ist ganz einfach selber schuld. Nach hunderten von Milliarden Verlusten erstaunt es ganz einfach, dass diese Erkenntnis noch nicht überall angekommen ist, bzw. dass Schweizer sich weiterhin in den USA engagieren. Wieso tun die das?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Fressgier der Amis geht also weiter. Werden bald alle 26 Kantonalbanken ins Visier genommen? Alles ist mglich, im Land der unbegrenzten Möglicheiten. Frau Widmer-Schlumpf ist zu schwach, um Big Boss die Stirne bieten zu können. Und das hat Big Boss längst gemerkt. Bei anderen Steueroasen wie Singapur etc. würden sich die Amis wohl eher die Zähne ausbeissen.
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    1. Antwort von A. Planta, Chur
      Hat nicht einmal ein Appenzeller Bundesrat gesagt: An diesem Bankgeheimnis werden sie sich die Zähne ausbeissen? Eveline Widmer-Schlumpf kann jetzt dessen Politik ausbaden.
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