Jugendarbeitslosigkeit sorgt für Bauchschmerzen

Hochrangige Politiker zeigen am WEF vorsichtige Zuversicht bezüglich der Euro-Krise: IWF-Direktorin Christine Lagarde, der italienische Premier Mario Monti und Martin Schulz, Europäischer Parlamentspräsident. Ein grosses Problem bleibe aber die hohe Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen.

Christine Lagard

Bildlegende: Die Jugendarbeitslosigkeit sei der Lackmustest für eine gute wirtschaftliche Situation, sagt Christine Lagarde in Davos. Keystone

Die Europäer hätten in den vergangenen 18 Monaten einen guten Job gemacht. Nun dürfe man aber nicht die Hände in den Schoss legen. Dies betonte Christine Lagarde, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds in ihrer Rede am WEF. Lagarde fordert für die Eurozone eine Bankenunion, gefolgt von einer Fiskalunion.

Als Lackmustest für eine gute wirtschaftliche Situation gilt für Lagarde die Jugendarbeitslosigkeit. In grossen Teilen der Welt sei sie viel zu hoch. Um dies zu ändern, fordert Christine Lagarde Wirtschaftswachstum, das auch auf die Umwelt Rücksicht nimmt.

Ausserdem spricht sie sich für eine stärkere Gleichberechtigung von Mann und Frau aus. Eine bessere Position der Frauen in der Wirtschaft würde auch dem Wirtschaftswachstum nützen. Davon ist Lagarde überzeugt.

« Italien kommt voran »

Mario Monti ist Premierminister eines Landes mit besonders hoher Jugendarbeitslosigkeit. Fast 40 Prozent der 15- bis 24jährigen sind ohne Arbeit.

Monti meinte: Die italienischen Bürger hätten verstanden, dass ein Wandel unabdingbar sei. Zumindest glaube er das. Italien hätte sich harte Regeln selbst auferlegt, und nichts könne das Land von dieser Spur abbringen. Ein verstärkter Wettbewerb im Land solle die Vorteile der «Insider» gegenüber denen ausgleichen, die «draussen in der Kälte bleiben».

Italien habe nun einen der nachhaltigsten Haushalte der Welt. Er sehe Anzeichen, dass das Land heute deutlich besser dastehe als noch vor 14 Monaten bei seinem Amtsantritt. Monti blickt zuversichtlich in die Zukunft.

« Euro-Krise ist nicht vorbei »

«Wir brauchen eine Sache ganz dringend: eine öffentliche Investition gegen die dramatische Jugendarbeitslosigkeit». Mit diesen Worten nähert sich Martin Schulz dem Thema. Kleine und mittlere Unternehmen - das sagte der Präsident des Europäischen Parlaments im Interview mit SRF-Wirtschaftsexperten Reto Lipp - bräuchten einen besseren Zugang zu Krediten. Denn in diesen Unternehmen entstünden die Arbeitsplätze.

Für Martin Schulz ist die Euro-Krise noch nicht vorbei. Sie sei dann vorbei, wenn es wirtschaftliche Stabilität, nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung in Europa gebe. «Und das haben wir noch nicht», so Schulz. Einen Hoffnungsschimmer sieht er allerdings: Die Attacken von Spekulanten gegen den Euro seien vorbei.