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WEF 2013 Reto Lipp: «WEF ist eine Geschäftsanbahnungs-Maschine»

Diese Woche bietet SRF spannende Geschichten aus Davos fürs Radio, Fernsehen und Internet. Nicht zum ersten Mal führt Wirtschaftsmoderator Reto Lipp in seinem Open-Air-Studio Interviews mit Wirtschaftsvertretern, Politikern und Wissenschaftlern. Lipp blickt hier auf sein WEF-Programm voraus.

Blick von oben auf Davos
Legende: Über 2500 Personen aus über 100 Ländern werden sich ab Mittwoch auf dem 43. World Economic Forum in Davos einfinden. WEF

«SRF News Online»: Reto Lipp, am 23. Januar startet das World Economic Forum. Wie verstehen Sie das Motto «Widerstandsfähige Dynamik»?

SRF-Wirtschaftsexperte Reto Lipp: Genau diese Frage will ich einigen meiner Interview-Gäste stellen. Ich kann mir nämlich unter dem Motto sehr wenig vorstellen. Derzeit fehlt die Dynamik in der Wirtschaft. Bevor sie widerstandsfähig ist, müsste sie erstmals wieder richtig in Fahrt kommen.

Die Auftritte welcher Gäste sollte man keinesfalls verpassen?

Natürlich wird der Auftritt der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel oder von Russlands Premier Dmitri Medwedew von den Journalisten intensiv verfolgt werden. Ganz wichtig sind auch die Auftritte von Währungsfonds-Chefin Christine Lagarde. Die Eröffnungsansprache hält Bundespräsident Ueli Maurer. Daneben gibt es unzählige spannende Debatten, die wir ab Mittwoch live auf SRF info übertragen werden.

Man kann mir über Twitter oder Facebook jederzeit Fragen mitgeben

Wie bedeutend sind die «Geheim-Treffen» am WEF, also die Zusammentreffen, die nicht sichtbar für alle ablaufen?

Es gibt natürlich sehr viele Meetings in den verschiedenen Hotels – und es gibt zunehmend Wirtschaftsvertreter, die sich gar nie im Kongress-Zentrum blicken lassen und sich die teure WEF-Mitgliedschaft sparen. Sie veranstalten Treffs und Kontaktgespräche unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit. Es ist kaum zu überblicken, wie viele solcher Veranstaltungen stattfinden. Sicher aber ist, dass das WEF eine unglaubliche Geschäftsanbahnungs-Maschine ist. Wann trifft man schon auf so kleinem Raum so viele mächtige und reiche Leute?

Alternativen zum Kapitalismus waren letztes Jahr Thema – hat das letztjährige WEF hier etwas bewirkt?

Wenig – mich hat der Glaube, dass das WEF die Welt verändern könnte, schon

immer irritiert. Das WEF gibt vor allem die Möglichkeit, schnell und persönlich Kontakte zu pflegen und neue zu schliessen. Persönliche Kontakte können in einem Krisenfall entscheidend sein. Davos ist einer der weltweit besten Orte, um persönlich ins Gespräch zu kommen. Wie viel das dann wirklich bewirkt, ist eine ganz andere Frage. Meine persönliche Meinung ist, dass das WEF ein grossartiger Ort für Debatten und Meinungen ist, aber Worte allein haben die Welt noch nie verändert.

Sie werden wieder Dutzende Interviews im Freiluftstudio führen. Wer steht bereits auf Ihrer Liste?

Ian Bremmer und Reto Lipp
Legende: Ian Bremmer: Auch dieses Jahr wird der Ökonom aus den USA voraussichtlich wieder mit Reto Lipp sprechen. SRF

Zugesagt haben etwa Bundespräsident Ueli Maurer, Shell-Chef Peter Voser, UBS-Präsident Axel Weber, Adecco-Präsident Rolf Dörig, Geox-Chef Mario Polegato oder Zürich-Versicherungs-Konzernchef Martin Senn. Und vieles wird dann spontan vor Ort abgemacht. Die Chefs sind in Davos viel zugänglicher als sonst. Leider habe ich zusammen mit meinem Radio-Kollegen Peter Vögeli vor wenigen Tagen eine Absage von Angela Merkel bekommen. Das ist schade, denn gerade zwischen Deutschland und der Schweiz läuft derzeit ja einiges schief. Da gibt es viel Erklärungsbedarf.

Werden Sie auch nervös in Ihrem Interview-Marathon?

Das ist dann der Fall, wenn ganz überraschend Gäste auftauchen, die man überhaupt nicht erwartet hat. Letztes Jahr stand von einem Moment auf den anderen die thailändische Ministerpräsidentin bei uns im Pavillon. Das hat meine Kenntnisse über Thailand schon arg strapaziert – thailändische Innenpolitik gehört nicht zu meinen Kernkompetenzen.

Welche Möglichkeiten haben die Zuschauer, wenn Sie Ihnen Fragen an Ihre Gäste mitgeben möchten?

Ich werde nicht nur auf dem Sender präsent sein, sondern auch aktiv in den sozialen Medien. Man kann mir also über Twitter (@retolipp, Link öffnet in einem neuen Fenster) oder Facebook (facebook.com/lippreto, Link öffnet in einem neuen Fenster) jederzeit Fragen an die Gäste mitgeben. Ich werde die Gäste dort auch früh genug ankündigen, damit man Fragen senden kann. Zudem können sämtliche Interviews auf der WEF-Seite des SRF-Newsportals angesehen werden.

Reto Lipp wird ab Mittwoch gemeinsam mit Susanne Giger, Wirtschaftsredaktorin des Radio SRF, eine tägliche Video-Vorschau auf www.srf.ch/wef anbieten.

Gigers Erfahrungen am WEF können Sie im nebenstehenden Kästchen nachhören.

Sendezeiten «WEF live»

  • SRF 1 : Mittwoch 23.1. 11.30 bis 12.45 Uhr
  • SRF Info : Mittwoch 23.1. 15:30 bis 19:30 Uhr, Donnerstag 24.1. bis Samstag 26.1. 11 bis 19:30 Uhr, Sonntag 27.1. 13 bis 18 Uhr (Best of)
  • SRF4 News : WEF-Sondersendungen Mittwoch 23.1. bis Freitag 25.1. 14 bis 14.30 Uhr.  
  • Radio SRF: Tagesgespräche, Samstagsrundschau und Trend-Sendung direkt aus Davos.

Rückblick 2012

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Arianna Huffington, Niall Ferguson, Ernesto Bertarelli und andere – Die Top-Gespräche vom letzten Jahr.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von müller j., engelburg
    nichts gegen das wef an sich. jedoch läufts eben wie seit jahrhunderten: reiche werden immer reicher. mag schon gar keine "listen der reichsten" mehr anschauen... wo liegt da ihre verantwortung???? nicht mehr als blabla jeweils! schlimm dabei: untere schicht bis mittelschicht zahlen redlich die zeche dafür mit vorgegebenen steuertarifen - die SUPERREICHEN freuts - >>> drehen sich da nicht alle Länder im Hamsterrad??? - raus aus der Armut ginge nur mit ehrlicher Umverteilung!
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Das WEF ist eine Geschäftsanbahnungsmaschienerie ? - Wohl nur für die die "Anderen", uns bleibt lediglich das finanzieren eines Anlasses, auf den die meisten in unserem Lande gut und gerne verzichten könnten.
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  • Kommentar von A. Planta, Chur
    Das WEF kostet uns einen Haufen Geld und bringt dem grössten Teil der Bevölkerung nichts. Kurorte wie Arosa und St. Moritz lachen sich ins Fäustchen, wenn wegen dem WEF verärgerte Touristen nicht mehr nach Davos kommen.
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