Strenges WEF für die «First Lady»: Empfänge im Viertelstundentakt

Hilde Schwab ist die Gattin von WEF-Gründer Klaus Schwab und die «First Lady» am World Economic Forum. Im Gespräch mit Radio SRF 1 verrät sie ihren Terminkalender der nächsten Tage, und wer sie in den 43 WEF-Jahren am meisten beeindruckt hat.

Hilde Schwab begleitet ihren Mann, WEF-Gründer Klaus Schwab, seit 43 Jahren am Forum. Auf dem Terminplan des Ehepaars Schwab stehen unter anderem jeden Abend mehrere Dinner.

«Es gibt zahlreiche Working Dinners, und an jedem dieser Abendessen wird ein Thema besprochen», erklärt Hilde Schwab im Gespräch mit SRF. «Tagsüber können wir nicht alle Leute sehen, da sehr viele Sitzungen sind. Deshalb ist es für mich und meinen Mann wichtig, dass wir wenigstens am Abend eine Tour machen und überall schnell reinschauen.»

Auch bei den zahlreichen offiziellen Empfängen der Regierungsspitzen müssten sie dabei sein. «Das geht manchmal im Viertelstundentakt. Dass man nicht länger bleiben kann, ist schon etwas schade und frustrierend.» Den ganzen Trubel am WEF empfindet Hilde Schwab jedoch als positiven Stress, der sehr bereichernd sei.

« Nelson Mandela zieht alle in seinen Bann »

An das erste WEF vor 43 Jahren erinnert sich Hilde Schwab noch sehr gut. «Das war sehr aufregend, wir wussten nicht: Funktioniert es?» Es sei ein Forum für Unternehmensführer gewesen, mit rund 444 Teilnehmern, berichtet die Frau des WEF-Gründers. «Ich erinnere mich beispielsweise an den amerikanischen Politwissenschaftler Henry Kissinger – er ist heute über 90jährig und auch wieder da.»

Hilde Schwab

Bildlegende: Das WEF sei für sie ein positiver Stress, sagt Hilde Schwab. keystone

Am herausragendsten war für Hilde Schwab jedoch die Begegnung mit Südafrikas ehemaligem Präsidenten Nelson Mandela. «Er zieht alle in seinen Bann», schwärmt sie. Sie habe das Glück gehabt, während eines Abendesssens neben ihm zu sitzen. «Er hat gesagt, er könne seinen Gefängniswärtern nicht böse sein. Er hat sogar die Beziehung zu ihnen nach seiner Entlassung weitergeführt.» Das habe sie sehr beeindruckt.

Während früher das WEF zwei Wochen dauerte, währt es heute noch vier Tage – vergleichsweise ein Speeddating. «Das stimmt, und diesen Ausdruck verwenden wir sogar bei manchen Sitzungen», sagt die «First Lady» des WEF lachend. Der vertiefte Kontakt folge dann aber später, abseits vom Scheinwerferlicht des Weltwirtschaftsforums.