WEF-Studie: Zwischenstaatliche Konflikte als grösste Brandherde

Jedes Jahr befragt das WEF für seinen «Global Risks»- Report Hunderte Experten, wo sie zurzeit die grössten Konfliktpotenziale sehen. Standen im vergangenen Jahr noch Einkommenskluft und drohende Staatsdefizite ganz oben auf der Liste, sieht das Bild für 2015 ganz anders aus.

Von zwischenstaatlichen Konflikten geht momentan die grösste Bedrohung aus für die Welt. Zu diesem Schluss kommt das Weltwirtschaftsforum WEF in seiner jährlichen Studie «Global Risks». Die Konflikte zwischen Ländern und die regionalen Konsequenzen erachten die Autoren nicht nur als wahrscheinlichstes Risiko, sondern auch als eines mit den grossen Auswirkungen.

Im Unterschied zu früher könnten die Konflikte heute mit anderen Mitteln ausgetragen werden – beispielsweise mit Cyberangriffen oder mit dem Wettlauf um Ressourcen oder anderen wirtschaftlichen Instrumenten, die global Schaden anrichten könnten.

Miteinander statt gegeneinander

Die Autoren der Studie «Global Risks» fordern die Politiker darum vor dem kommende Woche beginnenden Weltwirtschaftsforum auf, miteinander statt neben- oder gegeneinander zu handeln.

Die Autoren schlussfolgern, 2015 werde ein Jahr der geopolitischen Risiken. Die aktuelle Risikolandschaft zeige, dass weiterhin dringender Lösungsbedarf für soziale Probleme bestehe, da Wirtschafts-, Umwelt- und geopolitische Risiken den gesellschaftlichen Zusammenhang auf die Zerreissprobe stellten.

900 Experten antworten

Für den Bericht werden jährlich fast 900 Experten befragt. Noch in den Vorjahren waren die Einkommenskluft und drohende Staatsdefizite respektive staatliche Zahlungsausfälle als die gefährlichsten Brandherde der Welt erachtet worden.

Das WEF in Davos

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