Fünf Thesen zur Zukunft der Bildung

Die vierte industrielle Revolution steht an. Was müssen junge Menschen lernen, um in der Welt von morgen zu bestehen? Susanne Wille diskutierte diese Fragen am WEF mit Gästen – unter ihnen Bundespräsident Schneider- Ammann und Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Das sind die Antworten.

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Die Debatte in voller Länge

62 min, vom 21.1.2016

    • 1.
      Jimmy Wales
      Wikipedia-Gründer
      Jimmy Wales

      Bildlegende: Jimmy Wales Reuters

      «Wir brauchen lebenslanges Lernen. Wir leben nicht mehr in einer Welt, in der man eine bestimmte Anzahl Jahre in die Schule geht und dann alles gelernt hat, was man braucht. Man muss jetzt lernen, wie man lernt und wie man die neuen Lerninstrumente einsetzen kann. Denn all das Wissen gibt es schon. Den Menschen muss beigebracht werden, wie sie es nutzen können.»

    • 2.
      Gordon Brown
      UNO-Sondergesandter für Bildung, früherer britischer Premierminister
      Gordon Brown

      Bildlegende: Gordon Brown SRF

      «Die einzige Konstante ist der Wandel. Wir müssen uns mit neuen Ideen anfreunden, denn in 20 bis 30 Jahren wird die Hälfte aller Jobs überflüssig sein. Darum braucht jedes Kind IT-Fertigkeiten. Die beste Bücherei der Welt sollte auch dem ärmsten Kind im entlegensten WInkel des Planeten über digitale Medien zur Verfügung stehen. Ausserdem wird die Anpassungsfähigkeit immer wichtiger: Wir brauchen eine Bildung zum Bürgertum. Wir müssen mit Menschen verschiedenster Herkünfte und Nationalitäten zusammenleben können.»

    • 3.
      Angela Hobbs
      Philiosophie-Professorin, Universität Sheffield
      Angela Hobbs

      Bildlegende: Angela Hobbs Reuters

      «In der Bildung muss es darum gehen, die jungen Leute mit Inhalten zu versorgen, damit sie die Möglichkeiten des Lebens weiter denken können. Es geht nicht nur um Techniken des Denkens, sondern auch um das Lesen, um das Reisen, um das Treffen von Menschen. Es geht darum, die Vorstellungskraft des Möglichen zu verbreitern. Nicht nur die Bildung für Arbeit soll im Zentrum stehen, sondern auch die Bildung für ein entfaltetes und glückliches Leben.»

    • 4.
      Johann Schneider-Ammann
      Schweizer Bundespräsident
      Johann Schneider-Ammann

      Bildlegende: Johann Schneider-Ammann SRF

      «Wir müssen in die Jungen investieren. Wir müssen in der Grundausbildung das Grundwissen fördern und Persönlichkeitsaspekte behandeln. Die Automatisierung, die Digitalisierung und die Robotisierung werden kommen. Wir sprechen dabei über die Industrie 4.0, aber es stellt sich die Frage, ob wir überhaupt die 3.0 und die 2.0 und vielleicht sogar die 1.0 schon verdaut haben. Laufen wir einfach dieser neusten Welle hinterher und stellen alles um? Wir müssen zuerst dafür sorgen, dass vor allem die jungen Menschen auf alle Stufen und Etappen dieses Wandels vorbereitet sind.»

    • 5.
      Alain Dehaze
      CEO Adecco Group
      Alain Dehaze

      Bildlegende: Alain Dehaze SRF

      «Ich glaube fest daran, dass Bildung immer weniger bei der Vermittlung von Wissen angesiedelt sein wird. Denn Wissen ist heute für alle verfügbar – überall und zu jeder Zeit. Sehr wichtig wird es sein, sich die neuen Kenntnisse und neuen Fertigkeiten anzueignen und diese Wissensreise anzutreten. Gegenwärtig haben Roboter keine Emotionen, sie können sich nicht um Menschen kümmern und schon gar nicht kreativ zusammenarbeiten. Zum Glück können wir das als Menschen – und zwar auf Jahrzehnte hinaus.»