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WEF 2018 «Trump hilft mit Strafzöllen einer sterbenden Industrie»

Legende: Video Nobelpreisträger Joseph Stiglitz zu Trumps Strafzöllen abspielen. Laufzeit 0:55 Minuten.
Vom 23.01.2018.

Im Streit mit China und anderen Handelspartnern macht der US-Präsident ernst. Nun verhängt er drastische Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solaranlagen. Trump will so amerikanische Jobs sichern. Peking und Seoul beklagen Protektionismus.

Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz hält das für nicht plausibel. Vielmehr gehe es dem Präsidenten darum, eine sterbende Industrie zu stützen – auf Kosten der Konsumenten und der Umwelt, so Stiglitz am Rande des WEF in Davos.

SRF News: Was für eine Reaktion erwarten Sie aus Peking?

Joseph Stiglitz: Die Antwort Chinas wird vermutlich sehr zurückhaltend ausfallen. Denn zum einen entwickelt sich die chinesische Wirtschaft sehr gut und zum anderen kommt Trumps Ankündigung auch nicht wirklich überraschend. Insofern erwarte ich eine sehr rationale Antwort der Chinesen.

Die Strafzölle sollen US-Solarfirmen schützen. Eigentlich eine gute Idee, oder?

Im Gegenteil, denn die Konsumenten und die Solarindustrie in den USA werden die Verlierer sein, neben dem globalen Klimawandel. Letztendlich will Trump mit den Strafzöllen einer sterbenden Industrie helfen – nämlich der US-Kohleindustrie.

Erleben wir jetzt einen Kalten Krieg auf Wirtschaftsebene?

Dass das der Beginn eines weltweiten Handelskrieges sein soll, kann ich mir nicht vorstellen. Denn die Chinesen handeln gewöhnlich in einer sehr verantwortungsvollen Art und Weise – ganz im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten.

Das Gespräch führte Peter Düggeli.

23 Kommentare

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  • Kommentar von Elisabeth Bürgler (ebue)
    Ich möchte jedenfalls keine amerikanische Waschmaschine. Warum? Sie heizen das Heisswasser nicht selber auf sondern nehmen es ab der Warmwasserleitung. So werden z. B. Kinderkleider immer grauer und Obst oder Gemüseflecken gehen kaum weg.
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  • Kommentar von Peter Brenner (Brenner)
    Lt. Stiglitz will Trump mit den Strafzöllen auf Solarpaneels die "sterbende Kohleindustrie" schützen. Als ob die Solaranlagen Kohlekraftwerke ersetzen könnten. Können sie nicht, kein einziges! Die Solaranlagen werden zusätzlich aufgrund von Subventionen erstellt. Das Luxus -und ÖKO-Spielattribut Solar kann von Freaks, welche dies unbedingt wollen - auch ganzen Bundesstaaten in USA - gut auf dem heimischen Markt beschafft werden - zur Stromversorgung tragen sie eh nichts bei.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Das ist nur ihre Meinung, nehmen kann und will ich Ihnen diese nicht. Allerdings liegen die Fakten anders, denn die Kohleindustrie in den USA benötigt tatsächlich Hilfe, wenn sie überleben soll. Demgegenüber beweist die globale solar - Industrie dass sie konkurrenzfähig geworden ist. Wie anders könnte es für die USA notwendig geworden sein sie mit Zöllen an der rascheren Verbreitung zu hindern?
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    2. Antwort von Peter Brenner (Brenner)
      @br: An der physikalischen Tatsache, dass Solaranlagen nichts zur Stromversorgung (Betonung auf Versorgung) beitragen, kann keine Politik etwas ändern. Ohne Subventionen würden nur Freaks in so etwas investieren. Solaranlagen sind funktional nicht konkurrenzfähig - nur mit den Subventionen werden sie zu Parasiten der konventionellen Stromerzeugung, jedenfalls solange das Speicherproblem grosstechnisch nicht gelöst ist.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Der Momentane Wirtschaftserfolg geht auf Kosten von Obama, der jetzt noch mehr angeheizt wird durch Trump, was dann zum grossen Crash führt. Der Motor wird immer mehr angeheizt bis er Explodiert, aber diesmal Richtig. Die Leute merken nicht das nach jedem Crash die Zahlen was Vollbeschäftigung ist heraufgesetzt wird. Die Immobilienblase wird in den USA wieder angeheizt. Alle diese Häuser werden auf schulden abgebaut, die grosse Mehrheit wird diese nie begleichen können, so Dumm ist der Mensch!
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