Zum Inhalt springen

Wirtschaft Wegen der CS zittern Dutzende anderer Schweizer Banken

Teure Busse: Mehr als zwei Milliarden Dollar soll die CS im Rahmen des Steuerstreits mit den USA zahlen. Zudem soll sie sich auch der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig bekennen. Dasselbe könnte auch anderen Schweizer Banken widerfahren.

Legende: Video Credit Suisse muss Busse zahlen abspielen. Laufzeit 0:52 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.05.2014.

Der Steuerstreit mit den USA kommt die Grossbank Credit Suisse wohl noch teurer zu stehen als bislang gedacht. Das Kreditinstitut müsse knapp 2,5 Milliarden Dollar an die US-Behörden zahlen, berichtet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zuletzt hatten Insider der Nachrichtenagentur Reuters berichtet, die Strafe werde sich wohl auf mehr als zwei Milliarden Dollar belaufen.

Im Rahmen der Einigung werde sich die Bank auch schuldig zur Beihilfe zu Steuerhinterziehungen bekennen, hiess es weiter. Die Ermittler bestehen darauf, dass die Bank ihre Schuld zumindest teilweise eingesteht. Doch dafür läuft die Bank vermutlich nicht Gefahr, ihre Lizenz für das Geschäftemachen in den USA zu verlieren.

Aktionäre werden zahlen müssen

Was bedeutet das für die Bank? «Die Busse ist für die CS verkraftbar. Allerdings werden wieder einmal die Aktionäre zur Kasse gebeten», meint SRF-Wirtschaftsexperte Reto Lipp. 2,5 Milliarden Dollar sei fast die Hälfte des erwarteten Gewinns für 2014.

«Da stellt sich die Frage, ob überhaupt eine Dividende gezahlt werden kann – und inwieweit das Eigenkapital aufgestockt werden muss.» Auch Fragen nach den Verantwortlichkeiten werden sich stellen, betont Lipp.

Ermittlungen gegen weitere Banken laufen

Bereits in der nächsten Woche könnte die Vereinbarung mit den USA bekannt gegeben werden, hiess es in dem Bericht weiter. Die Strafe wäre damit etwa drei Mal so hoch wie die 780 Millionen Dollar, welche die UBS 2009 in einem ähnlichen Verfahren zahlte.

Die Ermittlungen gegen Credit Suisse und rund ein Dutzend weiterer Schweizer Geldhäuser laufen seit 2011. Die USA haben im Rahmen des Steuerstreits Schweizer Banken in verschiedene Kategorien eingeteilt.

ZKB und BKB auch schuldig?

In die Kategorie 1 fallen Geldinstitute, gegen die vom US-Justizdepartement bereits eine Strafuntersuchung eingeleitet wurde. Darin befinden sich nebst der Zürcher Kantonalbank (ZKB) und Basler Kantonalbank (BKB) unter anderem auch Julius Bär und die HSBC Privatbank. Sie müssen mit individuell ausgehandelten Bussen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung rechnen.

«Für diese anderen Banken heisst der CS-Deal, dass es auch für sie sehr teuer werden wird», ist Wirtschaftsexperte Lipp überzeugt. Besonders für die Staatsbanken Zürcher Kantonalbank (ZKB) und Basler Kantonalbank (BKB) sei dies ein Problem. Für Reto Lipp stellt sich bei ihnen nach dem CS-Deal die zentrale Frage: «Werden sie ohne Schuldeingeständnis davonkommen?»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Unsere Dummköpfe in den sogen Führungsetagen der Grossbanken und auch in anderen wichtigen Unternehmen, haben US-Spione als CIOs angestellt, keine CH- Bürger, dann wundern sie sich ,wenn sie von denen an die Oberräuber verraten werden - das nenne ich hochprofessionelles Raubrittertum weltweit installiert !Oder hat jemand je einen CIO einer US-Bank oder Grossunternehmung gesehen , der CH - Bürger ist ? Wo arbeiten denn unsere Kapazitäten aus den besten Hochschulen der Welt wie ETH, HSG etc, ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      Ja Herr Kaiser,Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.Nur lachen sich die in's Fäustchen.Auch wenn's die ganze Welt weiss.Schon zuviele vor uns haben A gesagt und wir und jene die nach uns kommen werden nun auch noch schön B sagen.Auch in diesem Bereich gilt so etwas wie Demokratie.Eine Mehrheit befiehlt über die Lebensumstände aller.Solidaritätsmangel,Angst und Druck,lassen hier die Mäuschen tanzen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Laura Wenger, Volketswil
    Ich mag Die USA nicht mehr und meide Produkte aus diesem Land
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Alle wissen es und alle machen mit.Beim Roulette.Ist allen zwar bekannt und dennoch tun sie so als wüssten sie's nicht,dass je länger desto mehr Drogen-und Kriminellen-Syndikateü das Sagen haben.Mitgegangen mitgehangen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen