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Weinsteins Firma geht pleite #metoo gab der verschuldeten Firma den Rest

Legende: Audio Weinstein-Produktionsfirma meldet Insolvenz an abspielen.
3:23 min, aus SRF 4 News aktuell vom 27.02.2018.

Die Film-Produktionsfirma Weinstein-Company muss Insolvenz anmelden. Der Reputationsschaden sei schlicht zu gross gewesen, sagt SRF-USA-Mitarbeiter Arndt Peltner. Zahlreiche Schauspielerinnen hatten Harvey Weinstein, einem ehemaligen Chef, Missbrauch und Vergewaltigung vorgeworfen. Weinstein wurde daraufhin zwar entlassen. Die Firma rettet dies aber nicht.

#metoo löste eine weltweite Bewegung aus. Unter dem Twitter-Hashtag #metoo outeten sich viele Frauen als Opfer von sexuellem Missbrauch, nicht nur aus Schauspielerinnen aus Hollywood, sondern auch andere Frauen aus der ganzen Welt. Dass die metoo-Bewegung mit den Vorwürfen gegen Harvey Weinstein begonnen hatte, schadete der Firma nachhaltig. «Damit blieb der Name Weinstein weiter in den Medien. Es wurde nicht ruhiger um diese Geschichte.», sagt Peltner.

Die Firma Weinstein hatte aber schon vorher finanzielle Probleme. Die Firma war hochverschuldet. Verhandlungen mit der Investorengruppe von Maria Contreras-Sweet für eine Übernahme sind gescheitert. Laut Medienberichten soll es bei der geplanten Übernahme um einen Betrag von 500 Millionen Dollar gegangen sein.

Schon lange keinen Kassenschlager mehr. «The Artist», «The Kings’ Speech» und andere bekannte Filme erhielte Oscars und lockten viele Leute in die Kinos. Allerdings sind die grossen Erfolge schon lange her. In letzter Zeit brachte die Firma keinen wirklich lukrativen Film mehr heraus. Das zusammen mit den Vorwürfen gegen Weinstein brach der einst renommierten Produktionsfirma das Genick.

Veränderte Mentalität in der Filmbranche. «Für die Filmbranche bedeutet der Sturz von Weinstein eine Art Neubeginn», lautet die Einschätzung von SRF-USA-Mitarbeiter Peltner. Es werde in Hollywood spürbar anders miteinander umgegangen. Frauen beanspruchten mehr Platz und Führungsrollen.

Wie geht es mit Weinstein weiter? «Ein geordneter Insolvenzprozess ist die einzige gangbare Option, um den verbleibenden Wert des Unternehmens zu maximieren», schreibt der Weinstein-Verwaltungsrat in einem Brief an die Investorengruppe. Allerdings ist auch eine Klage gegen die Weinstein-Company hängig. Der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneidermann hat vor rund zwei Wochen eine Klage erhoben, die sich nicht nur gegen Harvey Weinstein, seinen Bruder Bob Weinstein, sondern auch gegen die Firma als solche richtet.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Demnach also Chapter 11.Die Gläubiger müssen umgehend ihre Zwangsvollstreckungsmaßnahmen einstellen, was dem Unternehmen Luft für Restrukturierungsmaßnahmen verschafft.Während der Dauer der Insolvenz dürfen Gläubiger nicht versuchen, ihre Forderungen geltend zu machen, es sei denn über das Insolvenzgericht. Bei dieser Regelung versucht das Unternehmen, weiterhin geschäftstätig zu bleiben und sich dadurch aus der Insolvenz „zu retten“. Also noch lange nix mit Pleite....
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Mit Sicherheit nicht das einzige Opfer im gigantischen Krieg der Frauen gegen die Männer, die nun alle unter Generalverdacht stehen bzw. kaum mehr zu flirten sich getrauen. Das Risiko, aus Rache angezeigt oder an den Pranger gestellt zu werden, ist mittlerweilen fast so gross wie das Heiratsrisiko (finanzieller Ruin nach einer Scheidung).
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