Weltbank korrigiert Konjunktur-Erwartungen nach unten

Die Probleme in der Euro-Zone sowie in Japan belasten die Weltwirtschaft: Entsprechend nimmt die Weltbank ihre Wachstumsaussichten fürs laufende Jahr auf drei Prozent zurück. Auch der tiefe Erdölpreis hilft der Konjunktur nur bedingt.

Symbolbild: Farbige Fracht-Container stehen auf- und nebeneinander.

Bildlegende: Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr laut der Weltbank um drei Prozent zulegen. Reuters

Während die Konjunktur in den USA und Grossbritannien anzieht, klingen die Folgen der Finanzkrise im Euro-Raum und in Japan noch nach. Auch die Entwicklungsländer kommen nur schleppend in Fahrt. Die Weltbank bleibt bei ihrer neuen Prognose zurückhaltend.

Erwartungen zurückgeschraubt

Die globale Wirtschaft hat sich nach Einschätzung der Weltbank von den Folgen der Finanzkrise noch nicht vollständig erholt. Für das laufende Jahr rechnet die Organisation mit Sitz in Washington mit einem moderaten weltweiten Wirtschaftswachstum von 3 Prozent. Vor einem halben Jahr war sie noch von einem Wachstum von 3,4 Prozent ausgegangen.

Bis 2017 werde sich das globale Wachstum zwischen 3 und 3,3 Prozent einpendeln, heisst es im neuen Weltwirtschaftsausblick. In den zwei Jahren vor der Krise war die globale Wirtschaft noch um 4 Prozent (2006) beziehungsweise 3,7 Prozent (2007) gewachsen.

Ihre Schätzung für das vergangene Jahr musste die Weltbank erneut nach unten korrigieren. 2014 hatte die Weltwirtschaft demnach um 2,6 Prozent zugelegt. Zuvor waren die Weltbank-Ökonomen noch von 2,8 Prozent ausgegangen. Damit setze sich ein «Muster enttäuschender Ergebnisse» fort, hiess es. «Die Risiken dieser langsamen globalen Erholung sind bedeutend und neigen nach unten», schreiben die Ökonomen.

Euro-Zone und Japan bleiben ein Risiko

Von der Erholung auf den Arbeitsmärkten und der lockeren Geldpolitik der Notenbanken profitierten besonders die USA und Grossbritannien. Währenddem gehe es in der Euro-Zone und in Japan nur zögerlich voran: «Wenn der Euro-Raum oder Japan in eine verlängerte Flaute oder Deflation rutschen, könnte sich der globale Handel noch weiter abschwächen», warnt die Weltbank in dem Bericht. Auch in China verlangsame sich das Wachstumstempo.

Sinkende Rohstoffpreise, niedrige Zinsen und ein schwacher Welthandel dürften sich dieses Jahr beim Wachstum bemerkbar machen. Der scharfe Rückgang der Ölpreise seit Mitte 2014 werde der Weltwirtschaft zwar einen Schub verleihen, das Wachstum in den Öl exportierenden Ländern aber zugleich abschwächen.

Gute Aussichten für Entwicklungsländer

Für die Entwicklungsländer sagt die Weltbank für das laufende Jahr ein Wachstum von 4,8 Prozent voraus, nach 4,4 Prozent im vergangenen Jahr. Was die Weltbank-Experten nun optimistischer stimmt, ist der anhaltend tiefe Preis fürs Erdöl. Dieser werde die Wachstumsaussichten der Entwicklungsländer verbessern und ihnen helfen, ihre Schulden besser in den Griff zu bekommen, heisst es von der Weltbank.

Die Entwicklungsländer sollten den niedrigen Ölpreis aber auch dazu nutzen, um Energiesubventionen abzubauen, mahnt die Organisation. Denn damit würden die öffentlichen Budgets belastet.

Schwellenländer seien zudem gut beraten, wenn sie die Verschnaufpause durch die tiefen Ölpreise nutzten, um ihre finanziellen Polster aufzustocken. Denn wenn in den USA die Zinsen wieder nach oben gingen, drohten heftige Turbulenzen an den Kapitalmärkten, mahnen die Weltbank-Ökonomen. Viele Investoren dürften dann ihr Geld aus Ländern wie Brasilien oder Indonesien in der Hoffnung auf bessere Renditen in den USA wieder abziehen.