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Legende: Audio Die Krise des Mittelstands abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
01:51 min, aus SRF 4 News aktuell vom 11.04.2019.
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Weltweiter Negativ-Trend Der Mittelstand bröckelt – ausser in der Schweiz

Stagnierende Löhne, höhere Lebenskosten: Die Generation der Millennials ist wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast.

Der Abstieg des Mittelstandes in den Industriestaaten macht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Sorgen. Gehören noch 70 Prozent der Generation der Babyboomer im Durchschnitt aller Länder dem Mittelstand an, schaffen es von den Millennials nur noch 60 Prozent in den Mittelstand.

Die Gründe sind unterschiedlich. Zum einen stagnierten die Löhne des Mittelstandes seit der Finanzkrise. Gleichzeitig aber stiegen die Lebenskosten für den Mittelstand deutlich an. Vor allem für Gesundheit, Bildung und Wohnen geben Mittelstandshaushalte heute deutlich mehr aus als früher.

Legende:
Der schrumpfende Mittelstand Angehörige des Mittelstands unter den OECD-Ländern – zwischen 20 und 30 Jahre alt (in Prozent). Babyboomer: Jahrgang 1942-1964, Generation X: Jg. 1965-1982, Millennials: Jg. 1983-2002. Under Pressure: The Squeezed Middle Class (OECD)

Am stärksten ins Gewicht fallen laut OECD die Wohnkosten. Sie sind in den Industriestaaten durchschnittlich dreimal stärker angestiegen als die Löhne. Gab ein Mittelstandshaushalt vor zwanzig Jahren einen Viertel des verfügbaren Einkommens für das Wohnen aus, ist es heute ein Drittel. Heute brauche es denn auch zwei Einkommen, um eine Familie im Mittelstand halten zu können, heisst es im Bericht der OECD.

Schweiz bildet Ausnahme

Für den Bericht stützt sich die OECD auf die nationalen Statistiken der OECD-Länder. Die Folge aus stagnierenden Löhnen und steigenden Lebenshaltungskosten: Jeder fünfte Haushalt des Mittelstands gibt mehr Geld aus als reinkommt. Mittelstandshaushalte sind heute laut OECD durchschnittlich denn auch stärker verschuldet als Haushalte der tiefen oder sehr hohen Einkommen.

Befund trifft auf Schweiz nicht zu

Die Schweiz bildet allerdings – zusammen mit Irland und Spanien – eine Ausnahme von diesem düsteren Bild: In diesen Ländern hat der Mittelstand seinen Wohlstand bis jetzt erhalten können.

Die Löhne in der Schweiz sind laut OECD nicht hinter jenen in anderen Einkommensschichten zurückgeblieben. Zudem gehört die Schweiz zu einem der wenigen Länder, in denen der Anteil der hohen Einkommen am Gesamteinkommen in den letzten dreissig Jahren gesunken ist.

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Wie mal wieder der Westen als “die Welt“ bezeichnet wird von eurozentrischen Journalisten... China hat erst seit wenigen Jahren überhaupt einen Mittelstand, mittlerweile zählen dazu mehrer Hundert Millionen Menschen. Indien beginnt seit zehn Jahren eine ähnliche Entwicklung, ebenso Vietnam und andere in Südostasien. Das 21. Jahrhundert ist Asiatisch, merkt ihr das immer noch nicht?
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    "Die CH bildet mit ESP+IRL eine Ausnahme: In diesen Ländern hat der Mittelstand seinen Wohlstand bis jetzt erhalten können." NZZ 31.1.2019: "97'300.- Jahreseinkommen brutto entsprechen einem Monatsverdienst von 8100.-. Hier liegt laut BfS für eine 4köpfige Familie die Schwelle von den unteren zu den mittleren Einkommen, nach oben bei 139'000.-" Dass das alles keine Aussagekraft hat, bestätigen viele Familien, die je nach Einfluss mit weit tieferen Einkommen bestens zurecht kommen und umgekehrt.
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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber (SeDem)
    „Der Mittelstand bröckelt – ausser in der Schweiz“, behauptet die Überschrift. Im Text steht aber: „Die Schweiz bildet allerdings - zusammen mit Irland und Spanien - eine Ausnahme von diesem düsteren Bild...“ Ist die Schweiz jetzt exklusiv im Mittelstandsglück – oder haben auch EU-Staaten Anteil? Und ausgerechnet Irland und Spanien, die in der Finanzkrise fast bankrott gegangen sind und wo viele ihre Wohnungen und Häuser verkaufen mussten, sollen so stabil sein? Seltsamer Bericht.
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