Zum Inhalt springen

Löhne der bundesnahen Betriebe Weniger Lohn und Boni für Spitzenbeamte

SBB-Chef Andreas Meyer musste allerdings keine Einbussen hinnehmen, sein Gehalt stieg leicht – auf über eine Million.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Löhne und Boni der Chefs bundesnaher Betriebe sind im vergangenen Jahr gesunken.
  • Topverdiener war SBB-Chef Andreas Meyer mit einem Fixlohn von 600'000 Franken, die Boni blieben bei rund 336'300 Franken.
  • Der Bundesrat hatte im Herbst beschlossen, die Vergütungen der obersten Kader stärker zu steuern.

Als Alleinaktionär oder Eigner habe der Bund eine beherrschende Stellung in den Unternehmen, betonte der Bundesrat vergangenen Herbst. Das erlaube ihm, auch ohne formalisierte Kompetenzen Massnahmen durchzusetzen. Die Auswirkungen der Regierungsbeschlüsse werden aber erst ab dem Berichtsjahr 2019 sichtbar sein.

Doch wie sieht es nun für das vergangene Jahr aus? Auskunft gibt der Kaderlohnreport, der heute veröffentlicht wurde. Demnach sind die Löhne der Spitzenbeamten gesunken.

Top-Verdiener war SBB-Chef Andreas Meyer. Er musste keine Einbussen hinnehmen und kam als einziger auf über eine Million Franken. Meyers Fixlohn stieg auf 600'000 Franken, die Boni blieben bei rund 336'000 Franken. Zusammen mit den Nebenleistungen kam der SBB-Chef auf exakt 1'051'571 Franken. Im Vorjahr waren es noch 1'046'186 Franken gewesen.

Weniger Geld für Ruag-Chef

An zweiter Stelle folgt Post-Chefin Susanne Ruoff. Sie verdiente allerdings mit 947'178 Franken etwas weniger als im Vorjahr (987'521). Der Fixlohn blieb bei 610'000 Franken, die Boni sanken auf rund 316'800 Franken.

Der Chef des Rüstungskonzerns RUAG, Urs Breitmeier, erhielt noch 912'468 Franken. Im Vorjahr war er auf über eine Million Franken gekommen, was breite Kritik auslöste. Breitmeiers Fixlohn stieg 2016 zwar von 460'000 Franken auf 523'500 Franken, die Boni sanken aber von fast 500'000 auf rund 354'000 Franken. Hinzu kamen Nebenleistungen wie Spesenpauschalen im Umfang von 35'000 Franken.

Auch der Tourismus-Chef erhielt weniger

Suva-Chef Felix Weber erhielt rund 583'300 Franken. Sein Vorgänger hatte im Vorjahr 677'700 Franken erhalten. Finma-Chef Mark Branson stagnierte bei 552'300 Franken (Vorjahr: 552'000 Franken).

Der scheidende SRG-Chef Roger de Weck kam noch auf 536'300 Franken (Vorjahr: 557'400 Franken), der Chef von Skyguide auf 523'100 Franken (Vorjahr: 548'200 Franken). Der Direktor von Schweiz Tourismus musste sich mit 388'300 Franken zufrieden geben. Im Vorjahr hatte er noch rund 425'000 Franken verdient.

Markant mehr verdiente letztes Jahr dagegen der Chef von Postfinance mit 810'000 Franken (Vorjahr: 726'800 Franken), etwas mehr erhielten der Chef der Revisionsaufsichtsbehörde Rab mit 325'800 Franken (Vorjahr: 318'100 Franken) und der Chef der Identitas mit 243'500 Franken (Vorjahr: 240'900 Franken).

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Diese Strukturen gehören abgebaut, wie zum Beispiel ältere Arbeitnehmer bri der Post, welche den Sozialversicherungen aufs Auge gedrückt werden. Ins gleiche Thema passen die horrenden Summen, welche sog. Sportler mit einem einzigen SPIEL kassieren. Einfach ungesund und unverdient!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Dem Neider entgeht, dass diese Leute wiederum sehr viel Steuern bezahlen und von diesem Lohn ein erklecklicher Betrag an die Öffentlichkeit zurück fliesst. Man sollte da schon etwas differenzierter an die Sache heran gehen und nicht gleich wieder die Neidkeule auspacken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Edi Steinlin (stoni)
      Das hat nichts mit Neid zu tun, das ganze ist lächerlich, diese Leute ob Ruoff oder Meyer wer auch immer, setzen sich ins gemachte Nest und führen einen Bundesbetrieb. Für diese gewaltige Leistung, die sie mit vielen kompetenten Beratern/innen vollbringen, reicht die Hälfte ihres jetzigen Lohns. Meyer bezieht 4 GA's und ein fünftes für seinen Hund, wir zahlen fast jedes Jahr mehr für den ÖV.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
      Kleinkram, den sie hier als Argumentarium vorbringen, «Büezersprüche» würde man sagen...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Klein (HansKlein)
    In diesen bundeseigenen oder öffentlichen Firmen gibt es niemanden, der sich jahr(zehnt)elange bewährt und gute Arbeit geleistet hat, den Laden perfekt kennt und darum gut leiten könnte? Deshalb muss man mit der Privatwirtschaft um die besten Köpfe konkurrieren? Dann haben die früheren Manager wohl eine falsche Personalentwicklung betrieben, oder? – Und: Bundesräte sind für das ganze Land verantwortlich und bekommen ein Bruchteil dessen, wie jemand, der "nur" für die Bahn zuständig ist? Warum??
    Ablehnen den Kommentar ablehnen