WhatsApp wird von der Chat- zur Schwatz-App

Kaum hat IT-Tausendsassa Jan Koum seinen Online-Dienst WhatsApp unter den Schwingen von Facebook parkiert, schon entwickelt das Baby Appetit. Nicht auf Userdaten, wie viele Branchenkenner nach dem Milliarden-Deal befürchtet hatten. Der Online-Dienst liebäugelt mit den Töpfen der Telekom-Konzerne.

Aufnahme eines Handy-Displays mit den Icons von WhatsApp und Facebook.

Bildlegende: Telefonieren mit WhatsApp. Dienste wie Skype dürften Facebooks neuen Einkauf im Auge behalten. Keystone

Bis Ende 2014 will sich WhatsApp-Mitbegründer Jan Koum Zeit geben. Dann sollen seine 450 Millionen Kunden mit der grünen App nicht nur Textnachrichten versenden, sondern auch ganz normal telefonieren können.

Portrait des WhatsApp-Mitbegründers Jan Koum mit einem Nokia-Telefon.

Bildlegende: Ein gewitzter Schachzug: WhatsApp-Mitbegründer Jan Koum will seinen Kunden eine Stimme geben. Reuters

Sonst nichts Neues im Westen

Koums Kunden mag das freuen. Für die grossen Telekom-Konzerne könnte sich das bislang laue Lüftchen WhatsApp auf dem Kundenmarkt rasch zur steifen Brise auswachsen. Der neue Strahlemann am Online-Himmel traf zu Wochenbeginn an der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress in Barcelona auf die Branche.

Seine Mission sei die Sicherstellung einer einfacher Kommunikation für alle, erklärte Koum vor einer gebannten Zuhörerschaft seine Pläne, schon bald in der Telefonie mitzumischen. Um unnötigen Gerüchten vorzubeugen, lieferte Koum sein inzwischen bekanntes Beschwichtigungs-Mantra aber auch gleich nach: «Ich denke, die grundsätzliche Botschaft ist, dass sich unsere Pläne nicht ändern.»

Spott und Häme für WhatsApp

Facebook übernimmt WhatsApp für 19 Milliarden Dollar – kurz darauf fällt der Kurznachrichtendienst für Stunden aus. Lesen Sie mehr...