«Wir wollen eine neue und frische Firma werden»

Orange ist Geschichte. Ab Montag heisst der drittgrösste Mobilfunkanbieter der Schweiz Salt. CEO Johan Andsjö erklärt im SRF-Interview, wieso es dazu kam und was man in Zukunft erreichen will.

Andsjö sitzend an einem Pult

Bildlegende: CEO Johan Andsjö will mit Salt eine neue, spezifisch schweizerische Marke gründen. Keystone

Um 19.10 Uhr war es soweit. Orange-CEO Johan Andsjö durfte vor hunderten geladenen Gästen den Namen seines neuen Konzerns verkünden: Salt. Im Interview mit SRF erklärt Andjö, warum es zum Rebranding kam und was er mit Salt in der Zukunft alles erreichen will.

SRF: Johan Andjö, aus Orange wird Salt. Warum brauchte es einen neuen Namen für ihren Konzern?

Johan Andjö: Wir wurden vor rund drei Jahren von der Orange-Gruppe verkauft, durften aber für weitere fünf Jahre den Namen Orange gebrauchen. Wir haben uns hingesetzt und mussten entscheiden, ob wir die Orange-Marke behalten oder eine eigene Marke kreieren wollen. Nach sorgfältiger Überlegung sind wir zum Schluss gekommen, dass wir die Marke in Salt umbenennen wollen.

In den Medien konnte man in den vergangenen Tagen lesen, dass das Rebranding den Konzern rund 40 Millionen Franken kosten würde. Rechnet sich das?

Wenn wir die Lizenz- und Werbekosten mitrechnen, investietren wir jährlich 80 Millionen Franken in Orange, eine Marke der wir nicht einmal mehr angehören. Mit 40 Millionen können wir jetzt unseren eigenen Namen schaffen. Das lohnt sich in unseren Augen. Und das ist erst der finanzielle Aspekt.

Salt ist also der neue Name. Was ist die Bedeutung hinter der neuen Marke?

Wir haben über 700 Namen ausgewertet, bis wir endlich den richtigen gefunden hatten. Wir wollten einen kurzen und einfachen Namen, bei welchem auch die Internetadresse noch verfügbar war. Wir wollten einen Namen, der sich von unserer Konkurrenz abhebt, denn wir wollen eine neue und frische Firma werden.

Mit Salt haben sie einen neuen Namen, der Konzern hat in Xavier Niel einen neuen Chef. Wird jetzt alles neu?

Nicht alles. Was die Kunden an Orange liebten, unsere diversifizierten Angebote und Produkte, werden sie behalten können. Wir freuen uns aber auf die Zukunft. Die Telekommunikationsbranche hat sich in den letzten zehn Jahren enorm verändert. Das erste IPhone kam vor sechs Jahren auf den Markt. Stellen sie sich vor, was im nächsten Jahrzehnt alles passieren könnte.

Was sind denn ihre Ziele für die nächsten Jahre?

Wir wollen natürlich wachsen, aber wir wollen vor allem klarmachen, dass wir ein Mobilspezialist sind. Unser Leben wird jeden Tag mobiler und wir wollen auf beste Art und Weise auf diese Mobilität fokussieren. Wir fühlen auch, dass Salt unsere eigene Marke ist, welche speziell für die Schweiz entworfen wurde.

Sie sagten, dass Salt auch wachsen will. Wie werden sie das versuchen?

Wir wissen heute, dass Orange in der Romandie viel populärer ist als in der Deutschschweiz. Mit Salt wollen wir eine gute Balance in der ganzen Schweiz finden.

Wir haben es vorhin kurz erwähnt, Xavier Niel hat Orange übernommen. Er wird immer wieder als der europäische oder zumindest französische Steve Jobs bezeichnet. Was sind seine Pläne für Salt?

Ich freue mich riesig auf die Zusammenarbeit. Er ist ein Super-Unternehmer, kauft im Schnitt zwei Firmen pro Woche. Er hat jeden Markt, in welchem er aktiv war grundlegend und im Sinne des Kunden verändert. Er operiert heute in Frankreich, Monaco, Singapur und Israel. Wir haben grosse Erwartungen an die Zusammenarbeit. Gemeinsam wollen wir eine Schweizer Lösung finden um den Markt für unsere Kunden zu verbessern.

Das Interview führte Kevin Sachs