Boomendes Geschäftsmodell Wo noch fast unheimliche Renditen möglich sind

Die Partners Group in Zug wächst in grossen Schritten und will sich doch treu bleiben. Mit dabei: Ein alter Bekannter aus der Finanzbranche.

Die Partners Group hat letztes Jahr einen Rekordgewinn erzielt.

Bildlegende: Die Partners Group hat letztes Jahr einen Rekordgewinn erzielt. SRF

Noch immer ist Peter Wuffli in der Öffentlichkeit vor allem als ehemaliger UBS-Konzernchef zwischen 2001 und 2007 bekannt. Doch während die Banken heute darben, ist der 59-jährige HSG-Betriebswirt längst weitergezogen: In einen Zweig der Finanzindustrie, dem Private Equity, in dem nach wie vor zweistellige Renditen erwirtschaftet werden. In der Schweiz führend ist darin die Partners Group in Zug. Wuffli ist seit 2014 ihr Verwaltungsratspräsident.

Das Geschäftsmodell im Private Equity

Ein Private-Equity-Unternehmen wie Partners Group sammelt zunächst Geld von Pensionskassen, Versicherungen oder vermögenden Privatpersonen. Mit diesem Kapital kauft Partners Group anschliessend mittelgrosse Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt werden.

Gesucht sind dabei Ertrags-Perlen, die selbst zu wenig Kapital haben, um schnell zu wachsen. Nach dem Kauf greift die Zuger Firma aktiv in die Geschäftsführung ein. Das Ziel ist dabei, das Unternehmen profitabler zu machen und nach fünf bis zehn Jahren mit sehr hohem Gewinn wieder zu verkaufen.

Die Kassen klingeln

Partners Group floriert. Heute sind bereits fast 58 Millarden Franken beim Unternehmen investiert. Im vergangenen Jahr erzielte die Investmentfirma einen Rekordgewinn von 558 Millionen Franken.

Co-Geschäftsführer Christoph Rubeli sagt: «Wir spüren eine sehr grosse Nachfrage. Viele Investoren sind dabei, Vermögensanteile in Private Equity umzulagern.» Der Börsenwert von Partners Group hat sich in den letzten Jahren vervielfacht und beträgt heute bereits mehr als derjenige der um einiges grösseren Bank Julius Bär.

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Rekordgewinne für private Vermögensverwalter

3:49 min, aus 10vor10 vom 21.3.2017

Seit Langem haftet dem Private-Equity-Geschäft allerdings ein zweifelhafter Ruf an: Vor mehr als zehn Jahren verglich der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering Private Equity-Gesellschaften mit «Heuschrecken, die Unternehmen abgrasen und dann weiterziehen». Diese Metapher prägte den Diskurs.

Rubeli verteidigt sich: «Das ist ein Klischee, das in unserem Fall überhaupt nicht zutrifft.» Man kaufe nur gesunde Firmen, um sie grösser zu machen und weiterzuentwickeln. Dabei würden keine Stellen abgebaut, sondern neue geschaffen: «Im Jahr 2015 haben wir über unser Portfolio 16'000 Stellen geschaffen, 2016 waren es 10'000», betont der Co-Geschäftsführer.

Bergwanderung als Initiationsritual

Peter Wuffli sagt: «Früher war Private Equity eine undurchsichtige Industrie, heute ist es ein wichtiger Zweig der Vermögensverwaltung.»

Die Partners Group will aber nicht bloss ein gewöhnliches Finanzunternehmen sein, sondern eine eingeschworene Gemeinschaft. Wer neu zur Firma stösst, der muss auf eine Bergwanderung mit. Das ist Tradition im erst 20-jährigen Unternehmen, dessen drei Gründer bis heute mit 30 Prozent beteiligt sind.

«We are responsible for dreams» steht in grossen Lettern im «Decision Room» – so heisst der Konferenzraum in der obersten Etage am Hauptsitz in Zug. Hier entscheiden die Chefs über die Investitionsvorschläge, an welchen die mittlerweile fast 1000 Mitarbeiter täglich arbeiten. Ob sich eine getätigte Investition auch wirklich als Erfolgsgeschichte entpuppt, zeigt sich aber immer erst Jahre später.