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Wirtschaft Wolfgang Reitzle schmeisst bei Lafarge-Holcim hin

Der Co-Verwaltungsratspräsident beim Zementkonzern Lafarge-Holcim, Wolfgang Reitzle, gibt sein Amt auf. Er soll im Mai beim deutschen Konzern Linde Vorstandsvorsitzender werden. Als sein Nachfolger wird Vizepräsident Beat Hess vorgeschlagen.

Wolfgang Reitzle (Mitte) und Beat Hess (rechts) an der Holcim-Generalversammlung 2015.
Legende: Wolfgang Reitzle (Mitte) tritt ab und übergibt an Beat Hess (rechts) als designierter VR-Präsident von Lafarge-Holcim. Keystone

Der Co-Verwaltungsratspräsident des Zementkonzerns Lafarge-Holcim, Wolfgang Reitzle, gibt sein Amt an der Generalversammlung am 12. Mai 2016 auf. Wie der Zementkonzern mitteilte, wird Beat Hess, Vizepräsident des Verwaltungsrates, als neuer Präsident vorgeschlagen.

Am Morgen hatte der deutsche Technologie-Konzern Linde gemeldet, dass Reitzle in München Aufsichtsratsvorsitzender werden soll. Reitzle, der schon früher CEO von Linde war, soll der Hauptversammlung am 3. Mai zur Wahl vorgeschlagen werden.

Verantwortlich für Fusion Lafarge mit Holcim

Reitzle hatte im April 2014 das Präsidium im Verwaltungsrat der damaligen Holcim von Rolf Soiron übernommen. Das war kurz nach der Bekanntgabe der Fusionspläne mit Lafarge. Seit der Fusion der beiden Zementkonzerne amtete Reitzle als Co-Verwaltungsratspräsident gemeinsam mit dem früheren CEO von Lafarge, Bruno Lafont. Als sogenannter Statutory Chairman hatte er aber die Leitung des Gremiums inne.

Porträt Beat Hess.
Legende: Der Schweizer Beat Hess (1949) ist promovierter Jurist und seit 2010 bei Holcim im Verwaltungsrat. LafargeHolcim

Reitzles Nachfolger Beat Hess ist gegenwärtig Vizepräsident des Verwaltungsrates von Lafarge-Holcim. Er wurde 2010 in den Verwaltungsrat der damaligen Holcim gewählt. Von 1977 bis 2003 war er erst als Rechtskonsulent und später als Chefjurist des ABB-Konzerns tätig. Von 2004 bis Ende 2010 war bei der Royal Dutch Shell Gruppe tätig. Er ist auch Mitglied des Verwaltungsrates von Nestlé und Sonova.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber (SeDem)
    Wieso titelt SRF.ch, "Reitzle wirft hin", was den Eindruck erweckt, Reitzle sei genervt/verärgert/verzweifelt - wenn im sachlichen Bericht dann nirgends davon die Rede ist, sondern eher von einem logisch erscheinenden Amtsverzicht, weil in einer anderen Firma eine neue Aufgabe lockt? Effekthascherei mag hie und da auf die Schnelle zusätzliche Klicks bringen, aber der Leser fühlt sich an der Nase herumgeführt. So beschädigt man seine journalistische Marke als seriöses Medium.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Ohne den Sachverhalt zu kennen entsteht bei mir aber bei einer Demission nach so kurzer Zeit als Co-Präsident schon der Eindruck des Hinschmeissens. Kann in einem Co-Präsidium durchaus geschehen, weil man die Macht teilen muss oder sich nicht einig ist. Etwas weniger glücklich machen mich die weiteren VR-Mandate des designierten Nachfolgers. Wenn auch in verschiedenen Branchen tätig, konzentriert sich so weiter zu viel Einfluss auf einzelnen Personen.
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    2. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Wenn bei der Übernahme nicht ein Holzimer (für die Schweiz) sondern ein Lafarger (für Frankreich) an der Spitze gewesen wäre, wäre die Fusion vielleicht verhindert worden. Jetzt ist Frankreich Besitzer des Monopols und des Know-Hows. Ich würde jeden solchen Grosskonzern sofort ins Ausland drängen. Das wäre dann ein Ende mit Schrecken, sonst wird es ein Schrecken ohne Ende.
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    3. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Da stehen uns aber die Steuer-Verhinderungs-Partei SVP und die FDP sofort im Weg. Gerade in meinem Wohnkanton forcieren diese Kräfte die Gegenrichtung: Mehr Steuereinnahmen durch wenige Zuzüger (Konzerne, Firmen und Private). Dass man sich damit in die Abhängigkeit weniger Leute begibt, will man hier partout nicht wahrhaben. Hier steuert man auf das Modell "Irland" zu, das schmerzlich erfahren musste, dass Kapital nicht landesgebunden ist.
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