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Wirtschaft Zalando – der grosse Subventionsempfänger in Deutschland

Der Online-Händler Zalando ist einer der grössten Subventionsempfänger im deutschen Einzelhandel. Bund und Länder bewilligten dem Börsenkandidaten in den vergangenen Jahren insgesamt 42 Millionen Euro Fördermittel. Eine umstrittene Hilfe.

Total 42 Millionen Euro Fördermitteln sollen Bund und die deutschen Bundesländer dem Versandhandelsunternehmen Zalando zugesprochen haben. Zu diesem Schluss kommen Recherchen des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) und dem Magazin «Wirtschaftswoche».

Für die Ansiedelung eines Logistikzentrums hat allein das Land Thüringen in Erfurt rund 22 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Land Berlin, wo Zalando seinen Hauptsitz hat, unterstützte das Unternehmen mit über zehn Millionen Euro.

Subventionen mit Hoffnung auf Arbeitsplätze und Steuern

Laut dem Statistischen Bundesamt werden Unternehmen bundesweit mit rund neun Milliarden Euro pro Jahr unterstützt, um in strukturschwachen Regionen bestehende Unternehmen zu unterstützen oder neue anzusiedeln. Die Länder bauen Strassen und Stromleitungen und hoffen auf Arbeitsplätze und Steuergelder. Auf grosse Steuereinnahmen muss die öffentliche Hand aber vorläufig warten, denn der 2008 gegründete Versandhändler Zalando schreibt nach wie vor rote Zahlen.

Auch die Mitarbeiter in den Logistikzentren zahlen kaum Steuern. Sie arbeiten an der gesetzlichen Lohnuntergrenze und arbeiten teils unter fragwürdigen Bedingungen, wie dies der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff in Deutschland dokumentiert hat.

Erfolgreich auch in der Schweiz

In der Schweiz hat Zalando rund eine Million neue Kunden gewonnen. Gegenüber traditionellen Versandhändlern hat der Kunde den Vorteil, dass er zuhause bleiben kann. Er lässt sich Ware liefern, wählt aus, schickt zurück und zahlt nur das, was er behält. Mit den Frauen und Männern, die die Pakete und die Waren sortieren, kommt der Kunde nicht in Kontakt.

Die rund 4000 Angestellten seien froh um ihren Job, wehrt sich Zalando in den deutschen Medien. Die staatlichen Fördermittel seien unter anderem für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen eingesetzt worden. Zudem seien die kolportierten Zahlen falsch: Nicht 42 Millionen, sondern nur 35 Millionen hätten Bund und Länder an Subventionen gesprochen. Zudem seien erst 16 Millionen überhaupt geflossen.

Bleibt die Frage nach dem Nutzen. Wird mit staatlichen Mitteln das Allgemeinwohl oder das Unternehmen Zalando gefördert? Zu erwarten ist, dass beim anstehenden Börsengang sicher die Kassen der Eigentümer von Zalando mächtig klingen wird.

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