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Die neue EZB-Strategie
Aus Tagesschau vom 22.07.2021.
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Zinstief zementiert Leitzins im Euroraum bleibt auf Rekordtief von null Prozent

  • Europas Währungshüter zementieren das Rekordtief bei den Zinsen und stecken weiterhin Milliarden in Anleihenkäufe.
  • Sorgen bereitet der Europäische Zentralbank (EZB) die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus.

Sparerinnen und Sparer im Euroraum müssen sich auf eine noch länger anhaltende Zinsflaute einstellen. In der ersten Zinssitzung nach der Verabschiedung einer neuen geldpolitischen Strategie bekräftigten Europas Währungshüter ihren expansiven Kurs mit Zinsen auf Rekordtief und milliardenschweren Anleihenkäufen.

«Politik der ruhigen Hand»

EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach von einer Politik der «ruhigen Hand» und warb um Geduld. «Die Erholung der Wirtschaft im Euroraum ist auf Kurs», sagte Lagarde. «Doch die Pandemie wirft weiterhin einen Schatten, zumal die Delta-Variante eine wachsende Quelle der Unsicherheit darstellt.» Dies könne die Erholung in Dienstleistungssektoren dämpfen. Niemand wolle unter diesen Umständen die Geldpolitik zu früh straffen, sagte sie.

Die Notenbank mit Sitz in Frankfurt hält daher den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Auf diesem Niveau liegt der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld inzwischen seit März 2016. Zugleich müssen Geschäftsbanken nach wie vor 0.5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.

«Es ist nicht beabsichtigt, die niedrigen Zinsen länger beizubehalten, wir wollen unser Ziel erreichen», betonte Lagarde mit Blick auf das neue flexiblere Inflationsziel, das die EZB Anfang Juli vorgestellt hatte. Die Notenbank strebt nun für die 19 Staaten des Euroraums mittelfristig eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an – und das möglichst über einen längeren Zeitraum.

Kein Ende des Anti-Krisen-Kurses

Lagarde hatte bereits in der vergangenen Woche Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Anti-Krisen-Kurses erneut eine Absage erteilt: «Es ist jetzt nicht die Zeit, um über eine Ausstiegsstrategie zu sprechen.» In ihrem überarbeiteten längerfristigen Ausblick, der sogenannten Forward Guidance, betonen die Währungshüter nun den Aspekt der Beharrlichkeit. Nach Einschätzung von Experten signalisiert die EZB damit, dass sie es mit einem Ausstieg aus den ultra-expansiven Massnahmen auch bei fortgesetzter Konjunkturerholung nicht eilig hat.

SRF 4 News, 15 Uhr, 22.07.21;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Matt Reimann  (Matts)
    Ein weiterer Sargnagel für Pensionskassen- und Rentenkonten.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Habe eher das Gefühl, dass es sich hier um eine Politik wie Parkinson ... zur Maske erstarrt und verlangsamt. Irgendwann wird es krachen - und das Wort Inflation wird nicht mehr nur aus dem historischen Lexikon erklärt ... sondern erlebt! Damals in den 90iger Jahren als das Hypotekarzinsniveau bei sieben bis acht Prozent lag ...
  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Die Inflation ist bereits da im Aktienmarlkt, im Immoblienmarkt, in den weltweiten Transportkosten, in den Baumaterialien, bei den Chips die heute in fast allen Produkten mit einem Minimum von Technologie vorhanden sind. Sie wird dadurch im Warenkorb des täglichen Bedarfs bald erscheinen. Sollte die EZB selbst eine kleine Zinserhöhung vornehmen fällt das ganze Kartenhaus der Schuldenpolitik zusammen. Also fallen wir der Inflation zum Opfer.