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Lockerung der Zeiterfassung Zu viel Stress in Büros – wegen Überstunden

Legende: Audio Arbeitszeiterfassung – viele Unternehmen ignorieren die Pflicht abspielen. Laufzeit 03:12 Minuten.
03:12 min, aus Echo der Zeit vom 16.01.2017.
  • Drei Viertel aller Befragten gaben in einer Online-Umfrage der Gewerkschaft Unia an, sie fühlten sich bei der Arbeit oft oder gar immer gestresst.
  • Belastend seien vor allem überlange Arbeitszeiten, so die Unia.
  • An der Befragung nahmen knapp 600 Personen aus der Schweiz teil.

Ständig neue E-Mails, die beantwortet sein wollen, Rückrufe, die drängen, und danach noch rasch einen Bericht fertig schreiben: So oder ähnlich geht es vielen Büroangestellten. Der Pendenzenberg wächst, und der Druck nimmt zu.

Überstunden können nicht kompensiert werden

Der Schuh drücke am meisten bei den überlangen Arbeitszeiten, sagt Unia-Präsidentin Vania Alleva. «Sie werden nicht aufgeschrieben und können daher auch nicht kompensiert werden.» Ein Drittel der Befragten gab an, dass in ihren Betrieben die Arbeitszeiten nicht oder nicht korrekt erfasst wurden.

Die Arbeitszeiterfassung ist ein ganz wesentliches Element zur Verminderung des Stresses.
Autor: Thomas GeiserArbeitsrechtsprofessor, Universität St. Gallen

Ohne Erfassung sei es schwierig zu wissen, wie lange man gearbeitet habe, sagt Arbeitsrechtler Thomas Geiser, Professor an der Universität St. Gallen. So könne man auch nicht prüfen, ob die Arbeitszeitregelung des Gesetzes eingehalten werde. «Insofern ist die Arbeitszeiterfassung ein ganz wesentliches Element zur Verminderung des Stresses.»

Arbeitgeber setzen auf Vertrauen

Für die Arbeitgeber ist die Zeiterfassung hingegen vor allem ein administrativer Aufwand und nicht mehr zeitgemäss, wie Daniella Lützelschwab vom Arbeitgeberverband sagt.

Wenn nicht jede Minute minutiös erfasst wird, ist es eine administrative Erleichterung, auch für den Arbeitnehmer.
Autor: Daniella LützelschwabRessortleiterin Arbeitsmarkt beim Arbeitgeberverband

«Die Arbeitgeber, aber auch die Arbeitnehmer wollen bei der Arbeitszeit abbilden, was sie im Betrieb leben, nämlich dass sie sich gegenseitig vertrauen und die Arbeit auch richtig gemacht wird, wenn nicht jede Minute minutiös erfasst wird. Und gleichzeitig ist es eine administrative Erleichterung, auch für den Arbeitnehmer.»

Politik diskutiert über weitere Lockerung

In Branchen mit einem Gesamtarbeitsvertrag war vor einem Jahr eine Lockerung der Arbeitszeiterfassung in Kraft getreten: Seither müssen Arbeitnehmer mit hohen Löhnen ihre Arbeitszeit nicht mehr genau aufschreiben.

So müsse es weitergehen, wünscht der Arbeitgeberverband. Er unterstützt deshalb zwei parlamentarische Initiativen, die eine Lockerung in weiteren Branchen verlangt.

Unia-Umfrage baut Druck auf

Die Arbeitgeber messen der Unia-Umfrage wenig Aussagekraft zu und verweisen auf Umfragen des Bundes, wonach eine grosse Mehrheit mit der Arbeit zufrieden sei. Für die Unia ist die genaue Erfassung der Arbeitszeit jedoch zentral.

Es ist kein Zufall, dass sie ihre Umfrage am Montag veröffentlicht hat. Nächste Woche entscheidet die Wirtschaftskommission des Nationalrates über die entsprechenden Lockerungsvorschläge – die Unia will politischen Druck aufbauen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Die UNIA ist eine überflüssige Gewerkschaft, welche nur den Arbeiter/innen mit einem hohen Mitgliederbeitrag das Geld aus der Tasche nimmt. Viele Funktionäre benutzen die UNIA als Sprungbrett in die Politik. Die Honorare der Funktionäre widerspiegeln nicht die Aufgaben einer Gewerkschaft. Ein/e Arbeitnehmer/in ist heute besser beraten, wenn sie eine private Rechtsschutzversicherung zu ihrem Schutz abschliessen wird.
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    1. Antwort von Christoph Heierli (help)
      Wenn sie wüssten Herr König, wie viele ungerechtfertige Lohn- Zahlungsverweigerungen nachträglich von "schwarzen" Arbeitgebern, die nur an ihren Profit denken,durch gewerkschaftlichen Abklärungen nachbezahlt werden, würden sie sich die Augen reiben. Und wenn es keine diesbezüglichen Richtlinie gäbe, könnten sie vermutlich ihre horrende Privat Rechtsschutz Prämie nicht bezahlen.
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Die UNIA ist eine überflüssige Gewerkschaft, welche nur den Arbeiter/innen mit einem hohen Mitgliederbeitrag das Geld aus der Tasche nimmt. Viele Funktionäre benutzen die UNIA als Sprungbrett in die Politik. Die Honorare der Funktionäre widerspiegeln nicht die Aufgaben einer Gewerkschaft. Ein/e Arbeitnehmer/in ist heute besser beraten, wenn sie eine private Rechtsschutzversicherung zu ihrem Schutz abschliessen wird.
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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Arbeitszeiterfassung oder Anwesenheitserfassung, das ist das eigentliche Problem. Arbeitszeiterfassung ist aber nur dann möglich wenn der jeweiligen ARBEIT eine Zeit zugeordnet werden kann, was bei vielen Jobs einfach unmöglich oder zu aufwendig wäre.
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