Zum Inhalt springen
Inhalt

Zugeständnis im Handelsstreit «Joint Venture»-Zwang für Autobauer in China soll fallen

Das dürfte Autohersteller weltweit freuen. China plant, den Sektor nach und nach für ausländische Investoren zu öffnen.

Legende: Audio China präsentiert Zeitplan für Liberalisierung des Automarktes abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
01:08 min, aus Heute um Vier vom 17.04.2018.

Heute müssen ausländische Konzerne, die in China Autos bauen und verkaufen möchten, mit chinesischen Konzernen kooperieren. Das heisst, sie müssen sogenannte Joint Ventures eingehen. Dabei dürfen nicht-chinesische Investoren nicht über 50 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen besitzen.

Diese Einschränkung soll nun Schritt für Schritt fallen, wie die nationale Entwicklungs- und Reformkommission mitteilt. Für Elektro- und Hybridautos soll dies schon dieses Jahr der Fall sein. Später sollen Nutzfahrzeuge folgen. Und bis 2022 soll dies auch für alle restlichen Personenwagen gelten.

China kontert Trumps Kritik

Von der Streichung dieser Regelung sollen auch andere Branchen profitieren, etwa der Schiffs- und der Flugzeugbau. Im Handelsstreit mit China hatte sich US-Präsident Donald Trump mehrfach an solchen Beschränkungen gestossen. Eine Lockerung entspricht nun einem Zugeständnis Chinas.

Einschätzung von Martin Aldrovandi in Schanghai

Martin Aldrovandi

Bis jetzt handelt es sich nur um eine Ankündigung. Xi Jinping hat bereits vor einer Woche in einer Rede die Öffnung der Märkte angekündigt – auch die der Autobranche, ohne dabei sehr konkret zu werden. Nun wurde ein Zeitplan bekanntgegeben.

Damit will China den Vorwürfen aus den USA und von Präsident Donald Trump den Wind aus den Segeln nehmen. Wie diese Regelung genau umgesetzt wird – ob nur auf dem Papier oder ob Unternehmen in China wirklich gleich lange Spiesse erhalten und von den Behörden nicht schikaniert werden –, muss man abwarten.

Der Handelskonflikt zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften eskalierte letzten Monat, als Trump sich über schlechten Marktzugang, Urheberrechtsverletzungen und erzwungenen Technologietransfer beklagte.

Nachdem die USA 25-prozentige Zölle auf Importe aus China im Wert von 50 Milliarden Dollar angekündigt hatten, konterte China mit Strafabgaben in gleicher Höhe auf Einfuhren aus den USA. Trump legte nach, indem er weitere Strafzölle auf Importe in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar ins Auge fasste.

Bis die Zölle in Kraft treten, haben beide Seiten noch mindestens zwei Monate Zeit für Verhandlungen, um einen möglichen Handelskrieg zu verhindern.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Es sollte doch unterschieden werden können was systemische Kritik ist und was Pauschalverurteilungen sind Herr Imber. Wenn die Chinesen das tun was Sie hier behaupten, dann frage ich mich, warum so manche Europäer so dumm sind ständig ihr Knowhow zu Markte zu tragen. '...zu 100 % aus der sozialistischen Ecke kommt' das ist dann besonders differenzierte Kritik?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Frau Kunz: Haben Sie je schon mal mit Chinesen geschäftlich verhandelt? Haben Sie je schon mal Vorort mitbekommen, wie westliche Technologie, Patente hin oder her, schamlos geklaut, kopiert und gegen die Erfinder verwendet wird? Haben Sie schon mal versucht, in China Handelsverletzungen einzuklagen? Wahrscheinlich nicht. Aber immer und bei jeder Gelegenheit einfach pauschal Firmen verdammen und alles in Grund und Boden schlecht reden, das nicht zu 100 % aus der sozialistischen Ecke kommt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Ein Erfolg nicht für Trump, sondern für die Klasse, die er verkörpert und vetritt. Denn zur Zeit geht jede solche Vereinbarung auf Kosten, der Menschen, der Orte, der Um-und Mitwelt. Geführt werden sie im Namen von Wachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Arbeitsplätze die hier geschaffen und dort vernichtet werden, ein Nullsummenspiel, dass der Fianzkapitalismus mit immer härteren Bandagen und grosser Beschleuning führt. Das Tempo ist da ein wesentlicher Faktor .....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen