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Radio SRF 1 «Auch Fabian Cancellara hat mal schlechte Laune»

Wer in der Öffentlichkeit steht, braucht auch die Möglichkeit zum Rückzug. Bundesrätin Simonetta Sommaruga (55) und Radprofi Fabian Cancellara (35) verraten in der vierten und letzten «Persönlich»-Jubiläumssendung, wie sie zur Ruhe finden.

Kontakt mit der Bevölkerung ist kostbar

Wenn Bundesrätin Simonetta Sommaruga unterwegs ist, reist sie viel mit dem Zug. In der Stadt steigt sie ins Tram und geht einkaufen wie alle anderen auch. Sie schätze das Privileg, sich frei bewegen zu können, sagt die 55-Jährige.

Es gibt wenige Länder, in denen Regierungsmitglieder in einen öffentlichen Bus einsteigen können. Ich schätze dieses Privileg.

Unterwegs lässt sich die Bundesrätin gerne auf Gespräche ein. Sie werde oft angesprochen, sagt sie: «Das sind sehr kostbare Momente.» Man rede über die letzten Abstimmungen oder die «Arena»-Sendung vom vergangenen Freitag. Manchmal bekomme sie auch einfach einen Dank für ihr Engagement.

Fabian Cancellara: «Ich habe auch schon mal Nein gesagt»

Auch Fabian Cancellara schätzt den Kontakt mit der Bevölkerung: «Wenn jemand mir dankt für das, was ich mache, sind das sehr schöne Momente.» Allerdings gebe es auch die andere Seite. Manchmal wolle er einfach mal in Ruhe mit der Familie essen gehen.

Auch Fabian Cancellara hat mal schlechte Laune. Das können nicht immer alle verstehen.

Als Spitzensportler habe man eine Vorbildfunktion, so der 35-Jährige. Aber diese könne er nicht 365 Tage pro Jahr gleich gut wahrnehmen. Er sei auch nicht immer gut gelaunt, «das ist menschlich».

Auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga kennt solche Tage. Sie sei auch mal müde oder schlecht gelaunt. «Aber die Leute merken das häufig», sagt sie. Und es müsse auch möglich sein, sich abzugrenzen und zurückzuziehen.

Rückzugsmöglichkeiten sind wichtig

Ursprünglich war Simonetta Sommaruga Pianistin – nicht gerade die typische berufliche Vergangenheit einer Bundesrätin. Die Musik spielt auch heute noch eine wichtige Rolle in ihrem Leben. In einer ruhigen Minute setzt sich die Bundesrätin gerne ans Klavier.

Die Musik von Johann Sebastian Bach bringt mich zu mir selbst zurück.

Mit Johann Sebastian Bach komme sie wieder zur Ruhe, sagt Simonetta Sommaruga: «Seine Musik ist wie ein inneres Koordinaten-System, das die Verhältnisse darlegt.» Mit der Musik könne sie in sich hineinhören. «Die innere Stimme ist gerade in Berufen sehr wichtig, in denen man viel in der Öffentlichkeit steht.»

Dieser Meinung ist auch Fabian Cancellara: «Es ist wichtig, die eigenen Inseln zu haben.» Man müsse im Leben gewisse Dinge haben, die man ganz bewusst für sich selbst mache.

Beim Sport draussen in der Natur kann man in sich selbst versinken, neue Ideen sammeln und seine Balance finden.

Neben dem harten Training findet Fabian Cancellara auch immer mal wieder die Zeit, um ein, zwei Stunden locker auszufahren. Dann ist er ganz alleine unterwegs. Das sei die Zeit, die er für sich brauche und geniesse.

Startet Fabian Cancellara nochmals an der Tour de France?

Bald wird das harte Profileben ein Ende nehmen. Fabian Cancellara ist in seinem Abschiedsjahr. Im Herbst tritt er vom Spitzensport zurück. Auf Simonetta Sommarugas Frage, ob er nochmals an der Tour de France starten werde, will er zu diesem Zeitpunkt keine klare Antwort geben. Er ist eben ein alter Hase im Business und will morgen in der Zeitung keine Schlagzeilen lesen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von JR Dierks-Näf, 5621 Zufikon
    Aber sie reichte ihnen die Hand zum Gruss . und wünschte ihnen aues Gueti! Für mich ist sie eine wunderbare Bundesrätin und man fühlt dass sie den guten Ton von innen kennt.. gewissenhaft - fleissig - pflichtbewusst - rechtschaffen.. Sie tut was sie kann, und gegen einen engen Stundenplan - Agenda - kann sie wohl wenig.. denn der bestimmt die Agenda.. Also freuen wir uns, dass wir sie überhaupt persönlich ansprechen - "alange...per warmer Händedruck Vergl. Bodygards an Hoheiten WOW
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    "Schwatzen Sie mit den Leuten, Frau Sommaruga?" "Selbstverständlich, ich habe die Gespräche gern". ich erlebte sie anders. Als ich sie vor einigen Jahren nach einer Europa-Forum Veranstaltung in Luzern - geduldig wartend, bis Fotoshooting und Smalltalks vorüber waren - ansprechen wollte, unterbrach sie mich, kaum hatte ich den Satz begonnen, abrupt mit den Worten: "Was deer säget, ich zwar interessant, aber i ha itz key Zit" Reichte mir die Hand mit einem coolen. "Adieu, aues Gueti!"
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