Bankdirektorin trifft auf die «Köchin der Nation»

Wie «wild» wird's wohl im Rittersaal auf dem Schloss Lenzburg? Die Namen von Dani Fohrlers Gäste sind zumindest sehr auf «wild» eingestellt: Marianne Wildi, Bankdirektorin und Annemarie Wildeisen, «Köchin der Nation».

 Marianne Wildi und Annemarie Wildeisen vor Ritterrüstung.

Bildlegende: Frauenpower im «Persönlich»: Marianne Wildi und Annemarie Wildeisen. SRF

Annemarie Wildeisen (67)

Porträt Annemarie Wildeisen.

Bildlegende: Annemarie Wildeisen. zvg

Annemarie Wildeisen wollte Schauspielerin werden. Die Grenzen ihres Talents erkannte sie jedoch bald nach einem Studium an der Schauspielakademie in Zürich. Ihr beruflicher Weg führte sie dann zum Journalismus. In den 1970er-Jahren arbeitete sie als einzige Frau im Redaktionsteam beim «Badener Tagblatt». Zuständig war sie damals für die sogenannte «Frauenseite», wo sie auch regelmässig über das Kochen schrieb.

Bald drehte sich sehr vieles in ihrem Leben ums Kochen: Mit 36 Jahren eröffnete sie ihre eigene Kochschule. Daraus folgten Kochmagazine, total 43 Kochbücher, Fernsehsendungen und Onlineangebote. Annemarie Wildeisen ist ein richtiges «Multimediawunder». Ein besonderer Verdienst Wildeisens ist die Popularität des «Niedergarens». Sie war es, die diesen sanften Weg des Garens unter die Leute gebracht hat. Seither gilt sie als «Köchin der Nation».

Langsam, aber wirklich nur ganz langsam zieht sich Annemarie Wildeisen von ihrem erfolgreich aufgebauten Kochimperium zurück. Für Nachwuchs ist aber gesorgt. Tochter Florina, ausgebildete Köchin und Konditorin, hat den Weg ihrer Mutter schon eingeschlagen und führt zumindest schon mal das Wildeisen- Magazin «Kochen».

Marianne Wildi (48)

Porträt Marianne Wildi

Bildlegende: Marianne Wildi. zvg

Als junge Frau hatte Marianne Wildi eine klare Vorstellung von ihrem künftigen Beruf: Sie wollte zur Polizei. Im Dienste der Kriminalpolizei wollte sie Fälle aufklären. «Es war das analytische Denken, welches mich schon damals fasziniert hat», sagt Marianne Wildi heute zu ihrem damaligen Berufswunsch.

Es ist anders gekommen: Nach dem Handelsdiplom an der Kantonsschule Aarau wollte Marianne Wildi «einfach irgendwo arbeiten und Geld verdienen». Eher durch Zufall als nach einem zielstrebigen Plan hat sie sich nach einer Stelle bei der «Hypothekarbank» Lenzburg erkundigt. Zunächst war diese Anfrage erfolglos. Erst nach ein paar Wochen kam das Angebot, auf der Informatikabteilung der Bank anzufangen.

Als ehemalige IT-Spezialistin kennt Marianne Wildi das Bankgeschäft aus der Perspektive eines Programmierers, Projektleiters und Entwicklungsleiters. Schliesslich wurde sie Leiterin des Geschäftsbereichs Informatik und Mitglied der Geschäftsleitung. Seit Anfang 2010 führt Wildi die Geschicke der «Hypi», wie sie ihre Bank liebevoll nennt. Sie ist damit die einzige Frau an der der Spitze einer börsenkotierten Bank.

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