Der Goalie und die Bücherfrau

Die Liebe zur Literatur verbindet die beiden «Persönlich»-Gäste: Ruth Binde hat sich als Presseagentin ihr ganzes Leben für Autoren und ihre Bücher eingesetzt und mit der Verfilmung des Mundartromans «Der Goalie bin ig» hat der Schauspieler Marcus Signer als Goalie einen Riesenerfolg gelandet.

Marcus Signer und Ruth Binde (Bildmontage)

Bildlegende: Zwei bewegende Lebensgeschichten: Marcus Signer und Ruth Binde sind in «Persönlich» zu Gast. Adrian Moser/Keystone (Bildmontage: SRF)

Marcus Signer (49)

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Bester Darsteller: Marcus Signer

6:28 min, vom 21.3.2014

Marcus Signer ist ein viel gefragter Mann. Zur Zeit steht er in Bern gleich mit zwei Produktionen auf der Bühne: In Friedrich Schillers «Maria Stuart» und «Volpone oder der Fuchs» von Ben Johnson. In den Schweizer Kinos feiert Marcus Signer dazu als Goalie im vielfach ausgezeichneten Film «Der Goalie bin ig» einen grossen Erfolg. Und auch im Privatleben ist ihm das Glück hold: Noch dieses Jahr wollen Marcus Signer und seine Lebenspartnerin Julia Monte vor den Traualtar treten.

Der Erfolg als Schauspieler war alles andere als vorprogrammiert: Es gab Zeiten, in denen sich Marcus Signer manche Mahlzeiten mit Diebstählen beschaffte, weil er es müde war, immer in seinem Umfeld um Hilfe zu betteln, wie er in einem Interview im Berner Regionaljournal erzählte. Und auch den Weg zur Schauspielerei fand er über Umwege: Ursprünglich hatte er eine Lehre als Hochbauzeichner begonnen, bevor er nach einem schweren Velounfall, Lehrabbruch und Schnuppern in diversen anderen Bereichen beim Berner «Theater 1230» landete.

Ruth Binde (81)

Ruth Binde sitzt auf einem Stuhl.

Bildlegende: Ein Leben für die Literatur: Ruth Binde kämpfte für die Interessen der Autoren. © Adrian Moser

Ruth Binde träumte als junges Mädchen davon, Schauspielerin zu werden. Heute darf man sie als Grande Dame der Schweizer Literatur bezeichnen. Nach ihrer Lehre als Buchhändlerin und Mithilfe beim Aufbau des Diogenes Verlags kämpfte sie als selbstständige PR- und Presseagentin für die Interessen der Autoren und war viele Jahre umtriebige Organisatorin der «Bernhard-Littéraire»-Veranstaltungen. So lernte sie die Grössen der Schweizer Literatur von Hugo Loetscher über Adolf Muschg bis Laure Wyss persönlich kennen.

Siegfried Lenz schrieb einst über sie: «Ohne den Beistand von Ruth Binde kann man in der Schweiz nicht heimisch werden.» Obwohl Ruth Binde seit Jahrzehnten in Zürich wohnt, liegen ihre Wurzeln in Bern. Ihr Vater war der Berner Politiker und Publizist Fritz Schwarz, der sich als Vertreter der Freiwirtschaftlichen Partei früh für das Frauenstimmrecht einsetzte.

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