Der virtuose Dirigent und die fliegende Hochschulprofessorin

Wenn sich der Dirigent Ludwig Wicki und die Hochschulprofessorin Sita Mazumder im «Persönlich» treffen, haben sie etwas gemeinsam. Beide haben Aussergewöhnliches erreicht. Gastgeber Christian Zeugin empfängt die beiden in Luzern zu einem spanndenden Gespräch.

Porträt von Ludwig Wicki und Sita Mazumder.

Bildlegende: Ludwig Wicki und Sita Mazumder haben Aussergewöhnliches erreicht. Bildmontage: zVg/Keystone

Sita Mazumder (44)

Porträt von Sita Mazumder.

Bildlegende: Sita Mazumder. zVg

Die Aargauer Wirtschaftsprofessorin Sita Mazumder ist ein vielseitiges Talent: Schon als Schülerin machte sie das Pilotenbrevet, studierte darauf an der ETH Ingenieurwissenschaften und absolvierte später ein Wirtschaftsstudium an der Universität Zürich. Daneben jobbte sie als Model und nahm nach ihrer Dissertation Einsitz in diversen Verwaltungsräten. Heute doziert sie am Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern.

Der Durchsetzungswille und Kämpfergeist stamme von ihrem Vater, der als Ingenieur aus Indien in die Schweiz kam:

«  Ich liebe Motoren, mein erstes Wort als Baby war Auto »

Sita Mazumder lacht und erzählt, wie sie mit einem feuerroten Dreirad das ganze Quartier terrorisiert hat. Besonderen Biss zu haben habe ihr auf ihrem Weg geholfen: «In der Finanzbranche als Frau nur 1,53 Meter gross zu sein, ist nicht immer toll.» Erst fänden Männer eine erfolgreiche Frau attraktiv und interessant, wenn sie dann aber nicht ehrfürchtig zu ihnen hoch schaue und damit alten Klischees entspreche, verlören viele das Interesse. So habe sie im Umgang mit Menschen in machtvollen Positionen vor allem eines gelernt: «Ich habe Respekt vor Menschen, aber nicht vor Titeln und Auszeichnungen.»

Ludwig Wicki (54)

Porträt Ludwig Wicki

Bildlegende: Ludwig Wicki zVg

Ludwig Wicki wuchs in einem musikalischen Umfeld auf. Nach dem Musikstudium als Posaunist liess er sich zum Dirigenten und Chorleiter ausbilden. Heute leitet Ludwig Wicki das «21st Century Symphony Orchestra», mit dem er ausschliesslich Filmmusik aufführt, und er dirigiert weltweit die renommiertesten Orchester.

Besondere Anerkennung haben Ludwig Wicki und sein Orchester durch die Aufführungen der «Lord of the Ring»-Filme mit Live-Orchester erhalten. Die Faszination für die Filmmusik von Ennio Morricone («Spiel mir das Lied vom Tod») oder Martin Böttcher («Winnetou») erfasste ihn schon als Teenager, als er in seinem Kinderzimmer die grossen Filmmelodien für Blechbläser arrangierte.

«  Dabei wusste ich bis ich 13 Jahre alt war nicht mal, wer Mozart war »

Ludwig Wicki ist als Bauernsohn auf einem Hof im Entlebuch aufgewachsen. So wurde zwar die traditionelle Volksmusik mit Länderkapelle und Jodelchor in der Familie Wicki bereits gepflegt, auf die Unterstützung seines Vaters bei seinem Entschluss Berufsmusiker zu werden, konnte sich Ludwig Wicki dagegen zu Beginn nicht verlassen. «Ich sollte etwas Rechtes lernen, fand er zuerst. Aber natürlich freut er sich jetzt auch über den Erfolg des Orchesters.»

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