«Die 42-Stunden-Woche ist ein Auslaufmodell»

In 20 Jahren fährt uns das selbstfahrende Auto zur Arbeit. Computer werden wissen, was wir wollen und was uns gut tut. Der Druck, gesund zu leben, ist noch grösser geworden. Das sind Zukunftsszenarien, wie sie der Zukunftsforscher Georges T. Roos (51) entwirft.

Zukunftsforscher Georges T. Roos sitzt im Radiostudio und spricht ins Mikrofon.

Bildlegende: Zukunftsforscher Georges T. Roos zu Besuch im Radiostudio. SRF

Arbeit: So sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus

Die Arbeitswelt wird flexibler. «Die 42-Stunden-Woche ist ein Auslaufmodell», sagt Georges T. Roos. Gemäss dem Zukunftsforscher zählen in 20 Jahren Ziele statt Präsenzzeiten. Wer seine Arbeit erledigt hat, der geht nach Hause.

Künstliche Intelligenz

Viele Berufe werden sich dank künstlicher Intelligenz stark verändern. Roos nimmt den Arzt als Beispiel: «Nicht einmal Dr. House kennt alle 10'000 Krankheiten, die ein Mensch haben kann.» Ein Roboter hingegen schon. Er hilft dem Arzt, schnellere und präzisere Diagnosen zu stellen.

Computer werden uns im Alltag noch mehr begleiten als heute. «Sie werden wissen, was ich will, was ich brauche und was zu mir passt.» Die intelligente Agenda, die am Morgen mit einem den Tag bespricht, ist realistisch.

Müssen wir immer noch früh aufstehen?

Gemäss dem Zukunftsforscher werden nicht nur die Computer, sondern auch wir selber noch besser wissen, was uns gut tut. Der Wecker reisst uns nicht mehr aus der Tiefschlafphase, das Erwachen wird angenehmer. Teenager müssen nicht mehr frühmorgens in die Schule, weil sie dann noch gar nicht leistungsfähig sind.

Mobilität: So bewegen wir uns von A nach B

Dass die Verkehrsinfrastruktur in 20 Jahren ganz anders aussieht, ist unwahrscheinlich. Aber dennoch würden wir uns etwas anders von A nach B bewegen, sagt Roos. Wer nicht den ticketlosen ÖV nutze, der fahre im selbstfahrenden Auto. Diese machen den Verkehr effizienter, weil sie regelmässiger fahren, sprich weniger unberechenbar sind als Menschen am Steuer.

Der Zukunftsforscher blickt optimistisch in die Zukunft

Georges T. Roos hat keine Angst vor der Zukunft: «Es gibt eine Horrorvision und eine positive Vision, wenn man die Treiber betrachtet. Aber die Zukunft passiert ja nicht einfach, wir gestalten sie mit.» Und der Zunkunftsforscher glaubt an die menschliche Kreativität und Intelligenz. Die Menschen würden sich eine Zukunft kreieren, die ihnen dient.

Wer wissen will, wie das Leben in Zukunft konkret aussehen könnte, der begleitet Claudia im Jahr 2034 durch ihren Tag:

Heute in 20 Jahren: Ein Tag im Leben von Claudia (33)

Zunkunftsforschung

Die Zunkunftsforschung erstellt Szenarien. Abgestützt sind diese Szenarien auf Treibern, die heute erkennbar sind. Zum Beispiel die demographische Entwicklung: In 20 Jahren werden 25 Prozent der Schweizer Bevölkerung von der AHV leben. Auch die Technologie ist ein Treiber.