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Radio SRF 1 Die aktivsten Jungrentner in Europa leben in der Schweiz

Eine grosse Pensionierungswelle rollt auf uns zu. In diesem Jahr gibt es in der Schweiz zum ersten Mal mehr 65-jährige als 20-jährige Menschen. Viele sind auch mit über 60 geistig und körperlich fit. Davon könnte die Wirtschaft, die fieberhaft nach Fachkräften sucht, profitieren.

Legende: Audio «Forum» - die ganze Diskussion zum Nachhören abspielen. Laufzeit 54:00 Minuten.
54 min, aus Forum vom 29.01.2015.

Der liberale Think Tank «Avenir Suisse» präsentierte diese Woche Ideen zur Altersarbeit. Senioren seien ein Trumpf gegen den Fachkräftemangel. Würden alle Neurentner ein Jahr zu 50 Prozent weiterarbeiten, könnten 15'000 Vollzeitstellen besetzt werden. Diese Mitarbeiter hätten den Vorteil, dass sie den Betrieb bereits kennen und gut integriert sind, sagt Projektleiter Jérôme Cosandey. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit gering, dass sie kündigen. Mit der Bindung älterer Mitarbeiter könne wertvolles Wissen erhalten bleiben.

Die Gewerkschaft VPOD hat andere Lösungsansätze

Rentnerinnen und Rentner zu aktivieren, sei nicht die Lösung, argumentiert hingegen die Gewerkschaft VPOD. Viel lieber sollten die Jungen, die Frauen und die Menschen über 50 besser in den Arbeitsprozess integriert werden, findet VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber. Würde das tatsächlich gemacht, bräuchte es keine Rentner. Hinter den Ideen von «Avenir Suisse» stecke der Wunsch, das Rentenalter sukzessive zu erhöhen. Keine Einwände geltend macht Katharina Prelicz, solange kein Zwang besteht und es den Mensche frei gestellt ist, über das Pensionsalter hinaus zu arbeiten.

Flexible Lösungen für gesunde Jungrentner

Der Altersforscher François Höpflinger stellt fest, dass wir in der Schweiz im europäischen Vergleich tatsächlich viele gesunde Jungrentner haben. Wolle man diese im Arbeitsprozess halten, brauche es flexible Lösungen. Ein Arbeitnehmer könnte sich beispielsweise mit 65 eine Auszeit von mehreren Monaten nehmen, um sich zu erholen, und anschliessend wieder Teilzeit in den Beruf einzusteigen. Dies bedinge eine Flexibilität der Arbeitgeber.

Das sagen die Diskussionsteilnehmer zum Thema Rentenalter:

36 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Dem Bedenken und der Sorge der Jungen kann entgegengewirkt werden, indem man die Zuwanderung endlich beschränkt und somit diese Stellen - ich meine damit etwa KV Berufe, Informatik oder handwerkliche Berufe, den jungen Schweizern und hier lebenden Migrantinnen anbietet.
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  • Kommentar von Boser Ruedi, Wildhaus
    Sehr wichtig währe früher zu reduzieren, aber dafür länger zu arbeiten. Dabei wurde die Gesellschaft auch die Verantwortung gegenüber den älteren wahr nehmen.
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  • Kommentar von Markus Laubacher, 8212 Neuhausen
    EU-Personenfreizügigkeit ohne Kontingente u. ohne Inländervorrang. Ständig wurde auf jüngere, günstigere Arbeitskräfte aus dem EU-Raum gesetzt. Es müssen endlich die 147 000 Arbeitslosen - davon über 60% Fachkräfte! - und die inzwischen 250 000 Sozialhilfebezüger vordringlich endlich wieder in den ersten Arbeitsmarkt gebracht werden. Endlich das BVG revidieren. Ein Einheitssatz! Keine Diskriminierung mehr von älteren Arbeitnehmern durch die heute nicht mehr adäquate BVG-Abstufung.
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