Die Korpskommandanten-Uniform kurz erklärt

Die Schweizer Luftwaffe feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Wir bieten dazu wertvolles Hintergrundwissen: Wir klären, was alles an der Uniform von Luftwaffen-Kommandant Aldo C. Schellenberg hängt.

Aldo C. Schellenberg in seiner Ausgangsuniform.

Bildlegende: Aldo C. Schellenberg Am Chef der Luftwaffe hängt nicht nur viel Verantwortung, sondern auch eine Menge Abzeichen: Die Legende gibts unten. Keystone

Die Korpskommandanten-Uniform kurz erklärt

  1. Die drei Korpskommandanten der Schweizer Armee tragen am Hut einen Lorbeerkranz mit zwei schmalen Streifen. Divisionäre tragen einen Lorbeerkranz mit einem schmalen Streifen, Brigadiers nur einen Lorbeerkranz.
  2. Drei Sterne tragen ebenfalls nur die Korpskommandanten. Vier Sterne trägt niemand: Sie sind dem General vorenthalten, den es aber nur im Kriegsfall gibt.
  3. Nicht im Bild sichtbar: Am rechten Oberarm befindet sich das Verbandsabzeichen.
  4. Am Kragen ist das Truppengattungs- oder Dienstzweigabzeichen angebracht.
  5. Das sind die so genannten Ribbons: Da man im Laufe einer Armeekarriere zahlreiche erwirbt, ziert nur eine kleine Auswahl die Uniform. Schellenbergs Lieblings-Ribbon ist jenes links unten in Gold: Es steht für die Kameradenhilfe.
  6. Abzeichen für Berufs- und Zeitmilitär oder für Spezialfunktionen der Luftwaffe.
  7. Hier sieht man schliesslich, wie die Person heisst, die man vor sich hat.
  8. Das ist das Funktions- und Spiezialistenabzeichen.
  9. Schulabzeichen: Es gibt Auskunft, an welcher Schule er sein «Handwerk» erlernt hat respektive weitergibt.
  10. Und zum Schluss noch das ganz Zentrale: Herr Schellenberg ist Angehöriger der Schweizer Armee. Das Abzeichen ist auf der Ausgangsuniform silbern, auf dem Dienstanzug golden.

Im «Reglement 51.009/III dfie» sehen Sie alle Abzeichen der Schweizer Armee.

Aldo C. Schellenberg bei Radio SRF 1

Seit Anfang 2013 ist Aldo C. Schellenberg Korpskommandant der Schweizer Armee, Kommandant der Luftwaffe und damit Chef von 1500 Mitarbeitern und 24'000 Milizsoldaten. Zum 100-jährigen Geburtstag war der Mann in der beeindruckenden Uniform am Donnerstagmorgen zu Gast bei Radio SRF 1. Wir redeten mit ihm über das Jubiläum, über die Faszination des Fliegens und über seine Person.

Die Anfänge der Schweizer Luftwaffe

Schwarz-Weiss-Aufnahme: Zwei Piloten und ein Unbekannter vor einem Flugzeug.

Bildlegende: 1914 Piloten der Schweizer Luftwaffe posieren vor einem Flugzeug des französischen Herstellers Morane-Saulnier. Keystone

Am 31. Juli 1914 erhielt der Kavallerie-Instruktor und Pilot Theodor Real den Auftrag, eine Fliegertruppe aufzustellen. Und es ist kaum zu glauben: Die ersten zehn Piloten rückten 1914 zum Teil mit ihren eigenen Flugzeugen ein. 1936, als sich die Situation in Europa allmählich zuzuspitzen begann, wurde die Fliegerabwehr aufgebaut.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs verfügte die Schweizer Luftwaffe über rund 200 Flugzeuge. Von 21 Fliegerstaffeln waren allerdings nur gerade drei kriegstüchtig. Es gelang jedoch, die Situation zu verbessern: 1940 schoss die Luftwaffe neun deutsche Kampfflugzeuge ab, die über Schweizer Gebiet flogen.

Nach dem Krieg porfitierte auch die Schweizer Luftwaffe vom rasanten technologischen Fortschritt im Kalten Krieg.

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