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Radio SRF 1 Die Reise eines Wahlcouverts

Wer das Wahlcouvert in den Briefkasten wirft, hat seine bürgerliche Pflicht erfüllt. Gezählt ist die Stimme jedoch noch lange nicht – denn erst legt das Wahlcouvert eine abenteuerliche Reise zurück. Das sind die 8 Stationen eines Wahlcouverts in der Stadt Basel.

Legende: Audio Die Reise aus der Sicht des Wahlcouverts abspielen.
2:22 min

Station 1: Warten im Briefkasten. Klappe auf, Wahlcouvert rein - und loslassen. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Das Wahlcouvert liegt im Briefkasten – die bürgerliche Pflicht ist erfüllt. Aus dem Briefkasten gestohlen würden Wahlcouverts kaum, sagt Daniel Orsini, Leiter des Wahl- und Abstimmungsbüros Basel-Stadt.

Station 2: Ab auf die Reise. Leert der Pöstler den Briefkasten, gehen die Wahlcouverts zusammen mit der übrigen Post auf die Reise. Ziel ist die Hauptpost.

Station 3: Das Sonderpostfach. In der Hauptpost bekommen Wahlcouverts eine Sonderbehandlung. In einem speziellen Postfach werden sie gesammelt.

Station 4: Ab ins Rathaus. Ab jetzt gilt das Vieraugen-Prinzip. Denn Kontrolle muss sein. Zwei Personen leeren das Sonderpostfach und bringen die Wahlcouverts ins Rathaus.

Station 5: Der geheime Raum. Im Rathaus werden die Wahlcouverts geöffnet, zu Päckchen gebunden und bis zum Wahlwochenende in einem geheimen Raum im Rathaus gelagert. Es gibt nur drei Schlüssel zu diesem geheimen Raum.

Station 6: Das Wahlwochenende. Wenn im Kanton Basel-Stadt Abstimmungswochenende ist, holen zwei Personen die versiegelten Wahlzettel am Samstag hervor und übertragen die Namen von der Liste in den Computer. Auch hier gilt das Vieraugen-Prinzip.

Station 7: Zurück im geheimen Raum. Sind alle Wahlzettel gezählt, wandern sie nicht in den Papierkorb. Sie werden verschnürt und lagern dann in den gut verschlossenen Räumen im Rathaus.

Station 8: Der Schredder. Eine Firma holt die Wahlzettel ab und vernichtet sie. Denn niemand soll jemals erfahren, welcher Bürger welchen Politikern seine Stimme gegeben hat.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Wer sind die drei Personen, welche Zugang zum geheimen(?) Raum haben? Der Prozess ist meines Erachtens erst dann sicher, wenn der Raum auch drei verschiedene Schlösser hat, die gleichzeitig betätigt werden müssen und ein sechs- oder Mehraugenrinzip herrscht als das Vieraugenprinzip.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Wie funktioniert das Wählen in Basel im Detail? In anderen Kantonen gibt es einen Stimmrechtsausweis und einen Wahlzettel. Und sobald diese voneinander getrennt wurden, könnte man sowohl die Wahlzettel als auch Stimmrechtsausweise "öffentlich" lagern, auf dass jeder eine Nachzählung der beiden selber unter Aufsicht durchführt. Letzteres sollte man m.E. sowieso am Beispiel MFK-Steuern in Bern, wo falsch gezählt wurde, für jeden Mann ermöglichen.
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  • Kommentar von Lieber Ungenannt, Peinlichkon :-)
    Vor unserer Gemeindeverwaltung kann man das Stimmcouvert in den extra dafür gekennzeichneten Briefkasten werfen, unabhängig von den Öffnungszeiten. Sehr praktisch! Bei der letzten Abstimmung machte ich mich kurz vor Abstimmungsschluss auf den Weg, um meine Bürgerpflicht zu erfüllen. Gewohnheitsmässig warf ich dann mein Couvert jedoch in den Kasten "meiner Bank", der sich unmittelbar daneben befindet. Bei soviel Dummheit nützen die besten Tipps zum richtigen Ausfüllen der Zettel nichts.... :-)
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    1. Antwort von G.I., Belp
      Gab sicher ein Happy-End. Wenn ich als Bankangestellte das Kuvert gefunden hätte, hätte ich es in den anderen Briefkasten eingeworfen. War ja ersichtlich, wo es hingehört. Ich hoffe jetzt einmal auf mitdenkende Bankangestellte.
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    2. Antwort von Lieber Ungenannt, Peinlichkon
      Dummerweise war es mir am Abstimmungssonntag passiert, also war es zu spät, als sie es dann fanden (wenigstens wurde es wohl nicht als "ungültige Stimme" gezählt...) - gschäch nüd Schlimmers! :-)
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