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Radio SRF 1 Direktzahlungen: Schweizer Bauern im Dilemma

Der Bauer produziert Lebensmitteln. Aber nicht nur. Als grösster Flächennutzer muss der Bauer der Natur Sorge tragen. Seit Januar 2014 ist ein neues Direktzahlungs-System in Kraft, das die nachhaltige Landwirtschaft fördern will. Ob es das auch tut, darüber sind sich nicht alle einig.

Legende: Audio «Forum» - die ganze Sendung zum Nachhören abspielen. Laufzeit 54:53 Minuten.
54:53 min, aus Forum vom 18.06.2015.

Pro Jahr vergibt der Staat rund 2,8 Milliarden Franken mittels Direktzahlungen an die Bauern. Mit der Agrarpolitik 2014-2017 wurde das System dieser Zahlungen überarbeitet. Wer nachhaltig wirtschaftet, soll belohnt werden. Bauernbetriebe, die wenig Kraftfutter einsetzen, das Tierwohl und die Landschaftsqualität fördern, erhalten höhere Direktzahlungen. Auch die Erhaltung der biologischen Vielfalt und das Sömmern der Tiere auf der Alp wird honoriert. Abgeschafft wurde hingegen der Tierbeitrag. Wer viele Kühe hat, bekommt nicht automatisch mehr Geld.

Nach einem Jahr zieht das Bundesamt für Landwirtschaft eine positive Bilanz. Die Entwicklung gehe in die richtige Richtung. Es fand eine gewollte Verschiebung der Direktzahlungen vom Tal- ins Berg- und Sömmerungsgebiet statt.

Die Verlierer der neuen Regelung

Claudia Künzi Während der Diskussion mit Mikrofon.
Legende: Claudia Künzi. SRF

Im Tal müssen vorallem Kleinbetriebe mit Einbussen leben. Die Bäuerin Claudia Künzi aus dem Kanton Zürich spürt den Systemwechsel sehr deutlich. Mit den neuen Direktzahlungen hat sich das Einkommen ihres Milchwirtschaftbetriebes verkleinert. Es sei schwierig, den Betrieb dem neuen System anzupassen. Würden sie mehr Fläche zur Förderung der Biodiversität einsetzen, fehle ihnen das Futter für die Tiere. Es sei eine grosse Herausforderung, ständig auf neue Bedingungen zu reagieren.

Kampf den Stickstoffemissionen

Radio SRF 1-Hörerin Martha Ammann aus Speicher (AR) hofft, dass Bauern ihre Viehbestände reduzieren, wenn sie nicht mehr soviel Geld für das Tier erhalten. Das käme den stark überdüngten Weiden entgegen.

Könnten die Wiesen erbrechen, würden sie es tun.
Autor: Martha Ammann, SpycherRadio SRF 1 Hörerin
Diskussionsteilnehmer Bosshard spricht in ein Mikrofon.
Legende: Andreas Bosshard. SRF

Andreas Bosshard, Inhaber eines Planungs- und Forschungsbüro in den Bereichen Ökologie und Landwirtschaft bestätigt, dass insbesondere Böden in den Talgebieten unter einem Nährstoffüberhang leiden. Es gäbe kaum ein Land, das soviel Stickstoffemissionen habe wie die Schweiz. Die hohen Tierbestände würden durch ihren Mist zu den überdüngten Böden beitragen, bestätigt Bosshard. Grundsätzlich sei er zufrieden mit dem neuen System und als Mitbewirtschafter eines Biohofes stelle er auch fest, dass die neuen Direktzahlungsprogramme bei den Bäurerinnen und Bauern guten Anklang fänden.

Gewinner und trotzdem skeptisch

Rudolf Helbling mit Mikrofon.
Legende: Rudolf Helbling. SRF

Rudolf Helbling führt einen Sömmerungsbetrieb im Kanton Graubünden und ist Lehrbeautragter für Volkswirtschaft an der Universität St. Gallen. Er spürt eine grosse Verunsicherung bei den Bauern. Auch wenn er als Sömmerungsbetrieb von höheren finanziellen Zuschüssen profitiert, befürchtet er eine Marktverzerrung.

36 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Reber, Wisen
    Die zu grossen industriellen Landwirtschaftsbetriebe haben zu viele Tiere auf zu kleiner Landfläche. Durch Zukauf von Futtermittel aus dem Ausland ist dies möglich. Das führt zu Unmengen Gülle.Diese Unmenge Gülle verpestet die Luft und versaut das Grundwasser. Die heutigen Grossbauern werden ihren Nachkommen ein verheerendes Erbe dereinst hinterlassen. Bio-und Bergbauern sollen finanziell grosszügig unterstützt werden. Den Grossen "eiheitsgras" Bauern soll jegliche Subvention gestrichen werden.
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  • Kommentar von Martin Vogt, 3053 Diemerswil
    Hm wenn wir mit einem Berufs Kollegen vom Ausland verglichen werden, aber richtig Bitte. Bei einem Vergleich mit dem Ausland: sollte mit betrachtet werden das die Vor- und Nach- gelagerten betriebe eine anderes Kosten Umfeld mit sich bringen
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  • Kommentar von Peter Hassler, Wald
    Unglaubliche arrogante Aussagen einiger Teilnehmer (Bauern) im Studio. Natürlich ist man stolz wenn einer Unternehmer Gewinn einfährt und es ihm gut geht. ABER nicht als Staatsbediensteter der so ziemlich einfach vom Staat massivst gestützt wird und sich in keiner Weise dem harten Markt stellen muss. Die Ausreden und Rechtfertigungen für die Milliarden die da mit der ganz grossen Giesskanne verteilt werden stinken mehr zum Himmel als der grösste Misthaufen mitten im Dorf!!
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