Diskussion im «Forum»: Ist die Kritik an der Kesb gerechtfertigt?

Keine Behörde steht derzeit so im Brennpunkt der öffentlichen Diskussion wie die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb). Anfang 2013 nahm sie ihre Arbeit auf. Sie löste damit die Vormundschaftsbehörden und ihre Laien-Gremien ab. Standen diese lange im Kreuzfeuer, ist es nun die Kesb.

Die Kesb interveniert von Staates wegen, wenn ein Verdacht auf Missstand in der Familie besteht. Das Kindswohl steht für die Kesb im Zentrum. Doch seit die Kesb ihre Arbeit aufgenommen hat, sind die Klagen laut. Die Überlastung der Mitarbeiter, sagen die Kritiker, führen zu bürokratischen und schwer nachvollziehbaren Entscheiden.

Initiative am Start

Pirmin Schwander gestikulierend.

Bildlegende: Pirmin Schwander, Nationalrat SVP, Kanton Schwyz. Keystone

Die Liste der Fälle, in der die Kesb versagt haben soll – so die Wahrnehmung zumindest in der Öffentlichkeit – ist lang. Deshalb lanciert Pirmin Schwander, SVP-Nationalrat aus dem Kanton Schwyz in diesen Tagen eine Initiative, welche die Behörden zurückbinden soll.

Die Familien der Betroffenen sollen wieder mehr Kompetenzen erhalten. Er und seine Mitstreiter sind überzeugt, dass genügend Unterschiften für eine eidgenössische Initiative zusammenkommen werden.

Erster Bericht zur Kesb

Christoph Neuhaus gestikulierend.

Bildlegende: Christoph Neuhaus, Regierungsrat Kanton Bern, Leiter der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion. Keystone

Am Donnerstag erscheint nun auch ein erster Bericht mit gesamtschweizerischen Fallzahlen zur Kesb. Der Bericht der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes) soll auch darüber Auskunft geben, wie die Behörde gearbeitet hat. Wurden mehr oder weniger Kinder fremd platziert und geschah dies im Einverständnis der Eltern. Die Zahlen sollen ein neues Licht auf die Arbeit der Kesb werfen. Christoph Neuhaus, Vizepräsident der Kokes findet die Kritik an der Kesb zum Teil ungerechtfertigt.

Die Gäste in der Sendung sind:

  • Christoph Neuhaus, Regierungsrat Kanton Bern
  • Pirmin Schwander, SVP, Nationalrat, Kanton Schwyz

In der Sendung «Forum» diskutierten die beiden Politiker mit Hörerinnen und Hörern über die Kesb, über das Kindswohl und über die Kritik, die an der noch jungen Behörde geübt wird.