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Radio SRF 1 «Dr Esu isch eröffnet!»

Silvesterabend in Schwarzenburg. Die Glocken der Dorfkapelle «Chäppeli» schlagen zur achten Stunde. Dann ertönt der Ruf «Dr Esu isch eröffnet!» Damit beginnt der «Altjahrsesu», ein Silvesterbrauch, auf den man sich in Schwarzenburg seit Wochen freut.

Ist der «Altjahrsesu» eröffnet, beginnen rund 40 junge Männer mit der eigenen «Esumusig» die Silvester-Tour. Zuvorderst in der Formation sind «Anführer» und «Esuführer», dann folgen «Esumusig», «Brautpaar», «Altjahrspfarrer», «Tüüfu», «Hinnerefürfroueli» und weitere traditionelle Gestalten. Sie gehen von Wirtshaus zu Wirtshaus und bitten um Einlass.

Der «Altjahrsesu» in Schwarzenburg ist nur einer von vielen Bräuchen, die zum Jahreswechsel in der gesamten Schweiz gefeiert werden: Im Appenzeller Hinterland sind die Silvesterkläuse unterwegs, in Berner Städtchen Laupen findet das «Achetringele» statt oder im Zaniglas ziehen an Sankt Silvester die Neujahrssänger von Haus zu Haus und überbringen Glückwünsche fürs kommende Jahr.

«Haaggeri» in Samstagern

Immer in der letzten Nacht vor Silvester ziehen in Samstagern junge Männer durch das Dorf. Mit Geiseln und Treicheln jagen sie die alten Geister davon und wünschen den Dorfbewohnern ein gutes neues Jahr. Zum Dank werden sie von den Dorfbewohnern eingeladen. Nebst dem Geister vertreiben hat der alte Brauch auch noch eine andere Funktion: Vor allem früher gingen die jungen Männer bei dieser Gelegenheit auf Brautschau. Deshalb dürfen bis heute nur Junggesellen am «Haaggeri» mitmachen, die mindestens 16 Jahre alt sind.

O du fröhliche - Prosit Neujahr!

Unter diesem Titel hat Fritz von Gunten einen Brauchtumsführer für die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel veröffentlicht. Seine dreijährige Recherche hat ihn in der Zeit zwischen dem 1. Dezember und dem 13. Januar jeweils quer durch die Schweiz geführt. Er berichtet von Vorbereitungen, die jeweils im Advent stattfinden, gibt Auskunft über Herkunft von Adventskalender, Adventskränzen, Weihnachtssternen, Christbaumschmuck, Chlausjagen, Glücksbringer und vielem mehr.

Das Glück schmieden

Glück muss man nicht dem Zufall überlassen. Man kann es sich auch schmieden lassen. Zum Beispiel vom 73-jährigen Hans Mahrer aus Möhlin. Seit mehr als 50 Jahren schmiedet er zum Jahreswechsel ein Glückshufeisen, anders gesagt: Er schmiedet das alte Jahr aus und das neue ein. In der Sendung «Treffpunkt» stellt er seine eigene Silvestertradition vor, die jedes Jahr Hunderte von Schaulustigen in ihren Bann zieht. Ist das Hufeisen fertig geschmiedet, beginnt der Kampf um das begehrte Glückseisen.

Beiträge zur Sendung «Treffpunkt»:

Auf Sendung

«Treffpunkt» zu Schweizer Brauchtum und Tradition an Silvester, am Montag, 31. Dezember 2012, zwischen 09.00 und 11.00 Uhr.