«Ein krankes Meer erkennt man nicht»

Leere Fischgründe, schwimmende Plastikinseln und Öl-Katastrophen: Unsere Weltmeere sind bedroht. Am «Tag der Meere» ruft die UNO zu mehr Sensibilität im Umgang mit den kostbaren Ozeanen auf. Meeresbiologe Nikolaus Gelpke zum Zustand unserer blauen Riesen.

Die Weltmeere sind unter Druck. Der Mensch ist überall, die Gesundheit der Ozeane verschlechtert sich - rapide. Ein Beispiel? Immer mehr schwimmender Plastikabfall wird zum grossen Problem für Fische und andere Lebewesen.

Laut Experten sind es bis zu 140 Millionen Tonnen Abfall, die in den Meeren liegen, schwimmen oder an die Strände treiben. Fieberhaft wird nach Wegen gesucht, die enormen Mengen an Müll in den Meeren der Welt zu beseitigen.

«  Der Klimawandel führt zur Übersäuerung und zu einem Temperaturanstieg in den Meeren - ein riesiges Problem. »
Nikolaus Gelpke

Bildlegende: Nikolaus Gelpke SRF

Nikolaus Gelpke ist Chefredaktor der Meereszeitschrift Mare und befasst sich seit über 20 Jahren mit dem Meer und dessen Verschmutzung. Das grösste Problem sei, dass man den Meeren ihren Zustand nicht ansieht, sagt er.

Problematischer Wandel

Durch die Klimaerwärmung verändert sich das Meer zunehmend. Diese Umstellung des Ökosystems sei ein grosses Problem, da viele Tier- und Pflanzenarten aussterben. Hinzu komme die Ausbeute der Meere. Nikolaus Gelpke ist aber überzeugt, dass gerade beim Thema Überfischung in den kommenden Jahren ein Sinneswandel ansteht.

Auch strengere Gesetze seien grundsätzlich gut, doch deren Umsetzung müsse funktionieren, so Gelpke weiter. «Bei Plastikmüll sind Regeln natürlich wünschenswert, aber die Bevölkerung muss sie umsetzen.» Das Umweltbewusstsein sei viel entscheidender. «Da bin ich skeptisch, ob man nur mit Gesetzen genug erreichen kann, damit die Meere weniger Plastik enthalten.»

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Der sensible Kreislauf der Weltmeere

3:02 min, aus Einstein vom 18.10.2012