«Es ist 5 nach 12»

Seit 50 Jahren taucht der Unterwasserfotograf Kurt Amsler in die Weltmeere. Das Wasser sei überall noch klar, sagt er. «Aber viele Gegenden unter Wasser haben sich so verändert, dass man sie überhaupt nicht mehr kennt.»

Kurt Amsler hat mit seinen Fotografien und Filmen bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Ausserdem hat er einen Weltmeistertitel im Unterwasser-Fotografieren gewonnen. Für ihn ist die Unterwasserwelt etwas vom Beeindruckendsten, das die Welt zu bieten hat.

Keine Fische mehr auf dem Teller

Aber: Mit dieser Unterwasserwelt geht es bergab. «Es ist fünf nach zwölf. Wir sollten jetzt reagieren», sagt Kurt Amsler im Interview mit Radio SRF 1. Die Weltmeere würden leergefischt.

Allein die europäischen Fischbestände gelten als bis zur Hälfte überfischt. Die Fortpflanzung jeder zweiten Fischart ist erheblich beeinträchtigt.

Hinzu kommt die Umweltbelastung der Fischerei. Bei industriellen Fischfängen beträgt der «Beifang» bis zu 90 Prozent: also der Anteil jener Fische, die in den Netzen hängenbleiben, aber nicht genutzt werden und tot wieder im Meer landen.

Alles hängt zusammen

Kurt Amsler fasziniert das Leben im Meer. «Alles Leben auf der Erde kam zuerst aus dem Meer», sagt der 70-Jährige. Ausserdem ist unser Leben abhängig vom Ozean. Aber: Wenn das so weitergeht, gerate das ökologische Gleichgewicht aus dem Ruder. «Die Lunge der Erde kann nicht mehr atmen.»

Verhalten verändern

Für Kurt Amsler ist klar: Wir müssen unser Konsumverhalten ändern. Das heisst, wir sollten bewusster Fisch essen – oder gar keinen mehr. «Und die Politiker überzeugen, denn wir sollten das Meer genauso schützen wie alles andere auch, das uns lieb ist.».

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