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Radio SRF 1 Flüchtlingsdrama - Europa steht nicht allein in der Pflicht

Die Flüchtlingsdramen auf dem Mittelmeer müssen gestoppt werden. In dieser Frage herrscht Einigkeit. Bei der Frage wie, gehen die Meinungen in der Diskussions-Sendung «Forum» auseinander. Während die einen für die Hilfe vor Ort plädieren, möchten andere nicht nur die EU in die Pflicht nehmen.

Legende: Audio «Forum»: Die ganze Sendung zum Nachhören abspielen.
55 min, aus Forum vom 23.04.2015.

Als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse im Mittelmeer will die EU mit deutlich mehr Geld und Schiffen für die Seenotrettung weitere Flüchtlingskatastrophen verhindern. Neben der Ausweitung der Seenotrettung könnten künftig von Schleppern genutzte Schiffe gezielt beschlagnahmt und zerstört werden.

Intervention vor Ort

Während die Regierungschefs in Brüssel am EU-Sondergipfel zur Flüchtlingspolitik tagten, diskutierten in der Sendung «Forum» Experten und Radio SRF 1-Hörerinnen und Hörer mögliche Massnahmen.

Gerhard Pfister gestikulierend während eines Interviews.
Legende: Gerhard Pfister, Nationalrat CVP. Keystone
Es braucht Flüchtlingszentren in Nordafrika. So würden Asylbewerber nicht mehr zu hochriskanten Meerpassagen gezwungen und den Schleppern würde die Geschäftsgrundlage entzogen.

Für die Vorort-Hilfe votierte nicht nur CVP-Nationalrat Gerhard Pfister. In den Online-Kommentaren befürwortet eine Mehrheit die Intervention vor Ort.

Es müssen sofort geschützte Auffanglager mit teilweiser Selbstversorgung erstellt werden. Alles andere ist für Europa nicht mehr finanzierbar.
Autor: Gerhard Bieri, Cugy (FR)

Europas eiserner Vorhang

Porträt von Beat Meiner sprechend.
Legende: Beat Meiner, Generalsekretär der Flüchtlingshilfe. SRF
Das Menschenrecht auf Asyl geben wir zwar vor zu respektieren, in Wirklichkeit wird aber alles unternommen, damit die Menschen nicht nach Europa kommen können.

Die Grenzen um Europa sind dicht, den Flüchtlingen bleibt meist nur der Fluchtweg über das Meer. Deshalb steht Europa in der Pflicht und muss handeln. Dennoch glauben einige aus dem Radio SRF 1-Publikum, dass nebst Europa auch andere Staaten Verantwortung zu übernehmen haben. Ihr Appell richtet sich an Amerika, China oder Russland und die betroffenen Staaten selbst.

Trotz der Tragik der Ereignisse ist es komisch, dass Europa für alles eine Lösung haben sollte. In Afrika wird das Problem von den Regierungen der betreffenden Länder negiert oder bewusst nicht zur Kenntnis genommen.
Autor: Herbert Ramp, Cham (ZG)

Hasan Cismaan kam als Kind aus Somalia in die Schweiz. Er engagiert sich hier in der somalischen Diaspora und kennt einige Menschen, die auf einem Boot übers Mittelmeer nach Europa flüchteten.

Es ist fast nicht zu ertragen, was die Menschen von Ihrer Flucht erzählen. Wenn sie ankommen, sind sie traumatisiert.

Hasan Cismaan steht für eine bessere Information ein. Die Menschen in den Heimatländern sollten wissen, dass die Realität hier in Europa wenig mit den Vorstellungen eines gelobten Landes zu tun hat. Nur mit guter Information könnten falsche Hoffnungen vermieden werden.

Legende: Video «Europa oder Tod: Die Lebensretter im Mittelmeer» abspielen. Laufzeit 29:00 Minuten.
Vom 22.04.2015.

35 Kommentare

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  • Kommentar von Dieter Sprenger, Elgg
    Die Schleusen zu öffnen ist keine Alternative,denn Europa kann beim besten Willen niemals allen welche noch kommen möchten,weder Arbeit noch eine eigene Existenz anbieten . Soziale Unruhen wären bereit vorprogrammiert,das wissen auch die Flüchtlingshilfswerke . Hingegen sollten die Flüchtlinge mit verschiedenen Projekten von einer Flucht abgehalten werden um im eigenen Land zu verbleiben . Dazu ist Hilfe vor Ort notwendig,sowie dass deren Regierungen auch in die Pflicht genommen werden müssen .
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  • Kommentar von heidi gisi, basel
    Teil 2 Afrikas Frauen schaffen so garantiert ein besseres Afrika! Aber nur mit Hilfe vor Ort! Dann werden sie auch nicht mehr mit ihren Kindern, aus einem ebenfalls reichen Land flüchten müssen. Und allen Kindern den Schulbesuch ermöglichen. Wer weiss, vielleicht auch Lehrwerkstätten für Schreiner, Schuhmacher, Gärtner mit den 5 Mrd aus dem unglückseligen Asylwesen, einrichten und unterhalten. Und falls nötig, Flüchtlingslager nur noch vor Ort, so sind sie doch nicht so verloren wie bei uns.
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  • Kommentar von heidi gisi, basel
    Denkt Herr Meiner allen Ernstes, wir könnten zu unseren bald 9 Mio Bewohnern noch 1Mio Menschen aus Afrika aufnehmen? Denn so viele, werden garantiert kommen, wenn die "Wachtürme", an unseren Grenzen verschwinden! Frau Wohlfeld - im heutigen Tagesgespräch-, meinte, die Flüchtlinge wären willkommene Arbeitskräfte. Auch sie macht sich wohl etwas vor. IS und Korruption bekämpfen, den Frauen Nähateliers zur Verfügung stellen. Gaskochherde und Wasserleitungen. Die Frauen schaffen es garantiert!
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