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Radio SRF 1 Forschungsexpedition mit Weltrekorden und neuen Erkenntnissen

Im Oktober 2013 waren Schweizer Höhenmediziner mit 40 freiwilligen Testpersonen am 7126 Meter hohen «Himlung Himal» unterwegs. Sie wollten mit Blutproben die Auswirkungen von Sauerstoffarmut auf Hirn, Herz, Lunge und Kreislauf erforschen. Jetzt wissen sie: Die Teilnehmer waren in Lebensgefahr.

Legende: Audio «Doppelpunkt» vom 10. November 2015 abspielen. Laufzeit 53:00 Minuten.
53 min

Fünf Wochen lang haben 80 Schweizer Bergsteiger, Forscher und Bergführer in Nepal auf Höhen zwischen 4800 und knapp 7200 Meter gearbeitet, geschwitzt und gefroren. Unterstützt wurden sie auf der Forschungsexpedition «Himlung Himal» von rund 30 Sherpas.

Ein Labor bei minus 30 Grad Celsius

Brigitte Vogel, Lenzburg.
Legende: Brigitte Vogel. zvg

Ultraschallmessungen von Hirn, Herz und Lunge, Blutanalysen und Kreislauf- und Leistungstests auf 7200 Metern Höhe und ein Labor, das auch bei minus 30 Grad betrieben werden kann: Bereits vor der Auswertung der mehreren Tausend Datensätze war klar, dass die Forschungsexpedition auf dem medizinischen Bereich «mehrere Weltrekorde» aufgestellt hat.

Testpersonen in Lebensgefahr

Jetzt liegen die ersten Resultate der Hirnuntersuchungen der Berner Forscher und des Höhenmediziners Tobias Merz vom Berner Inselspitalauf dem Tisch.

Gemäss ihren Erkenntnissen, schwebten im Himlung Himal mehrere Testpersonen in Lebensgefahr, ohne dass sie selber oder die Forscher und Ärzte dies bemerkt oder gewusst hätten. Alle Expeditionsmitglieder sind aber wieder gesund und wohlauf.

Als «Versuchskaninchen» auf dem Himlung Himal

Das Projekt «Himlung Himal» war nur möglich, weil sich 40 Testpersonen – geübte Alpinistinnen und Alpinisten aus der ganzen Schweiz – freiwillig als «Versuchskaninchen» zur Verfügung gestellt haben. Zwei davon hatte Radio SRF 1-Reporter Tommy Dätwyler in Nepal begleitet.

Beide hatten bis auf 6100 Meter Leistungstests absolviert, auf einem Hometrainer geschwitzt und sich auch bei Minus-Temperaturen im Freien Blut abzapfen lassen. Eine der beiden Testpersonen hatte schliesslich den Gipfel erreicht, die andere Person musste den Gipfelsturm abbrechen. Ein wenig stolz sind beide. Zu Recht.

Testpersonen mit Mikrofon begleitet

Wieso haben die beiden das «Leiden am Berg» auf sich genommen? Wie haben sie sich vorbereitet und was gab den Ausschlag für Erfolg oder Misserfolg? Wie geht man mit «Niederlagen am Berg» um und was wird den Probanden für immer im Gedächnis haften bleiben? Der «Doppelpunkt» hatte den Testpersonen während fünf Wochen in Nepal den Puls gefühlt und zieht zwei Jahre nach der grossen Expedition mit den Forschern Bilanz.